Die Schlossanlage in Lütetsburg gehört zu den imposantesten in Ostfriesland. Sie geht auf ein Wasserschloss zurück, das Ende des 16. Jahrhunderts errichtet wurde und dessen dreiflügelige Vorburg noch heute erhalten ist. Wenig später gelangte das Ensemble in den Besitz der Grafen zu Inn- und Knyphausen, einem der ältesten Adelsgeschlechter Ostfrieslands. Im Laufe seiner langen Geschichte hat das Schloss viele Veränderungen erfahren, die durch Verwüstungen während des Dreißigjährigen Krieges, durch einen Brand von 1893 und die teilweise Zerstörung durch Fliegerbomben im Zweiten Weltkrieg ausgelöst wurden. Die heutige Vierflügelanlage aus Backstein wurde nach einem erneuten Brand 1956 in Anlehnung an einen barocken Vorgängerbau errichtet. Sie befindet sich in Privatbesitz und ist daher für Besucher nicht zugänglich.
Ein außergewöhnliches Kunstwerk ist der 1790-1813 durch den Oldenburger Hofgärtner Carl Ferdinand Bosse angelegte Landschaftspark, der in enger Zusammenarbeit mit dem Besitzer, Edzard Mauritz Freiherr von Inn- und Knyphausen, entstand. Teiche, Wasserläufe, Hügel und verschlungene Pfade beleben neben einer Vielfalt von über 150 exotischen und heimischen Pflanzenarten den Garten, dessen Erscheinungsbild im Frühjahr und Sommer durch farbenprächtige Rhododendren und Azaleen bestimmt wird. Ab 1932 ließ Wilhelm Edzard zu Inn- und Knyphausen eine umfangreiche Sanierung des malerischen Naturraums vornehmen, so dass bis heute viele historische Gestaltungselemente erhalten geblieben sind und nach wie vor bewundert werden können.
Einen guten Einblick in die Geschichte des Schlosses und des Schlossparks erhält man auf den Internetseiten des Schlossparks Lütetsburg. Alte Grafiken veranschaulichen die Veränderungen des Areals im Wandel der Zeit, während eine Bildergalerie reizvolle Blickachsen zeigt, die sich sonst nur dem Wanderer durch den 30 Hektar großen Landschaftsgarten erschließen, dessen Zauber schon Theodor Fontane zu einem Gedicht inspiriert hat. Die Vorburg des Schlosses Lütetsburg ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Julia Ricker



