Monumente Online

Ausgabe: April 2008

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Pioniertaten in der Baukunst

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Ausgabe April 2008

Brückenbaukunst in Deutschland

Menschen haben immer schon Konstruktionen gefunden, um Flüsse oder Täler zu überwinden. Zunächst bedienten sie sich umgestürzter Baumstämme, später entwickelten kühne Architekten wahre Meisterwerke der Ingenieurbaukunst. Friedrich Standfuß und Joachim Naumann stellen in ihren beiden Bildbänden 150 Brücken in Deutschland vor - von der Krämerbrücke in Erfurt über die Eiserne Brücke im Wörlitzer Park und die Glienicker Brücke in Potsdam bis zur Neuen Ziegelgrabenbrücke, die seit 2007 Stralsund mit der Insel Rügen verbindet.

Friedrich Standfuß, Joachim Naumann: Brücken in Deutschland für Straßen und Wege. Der Fotobildband deutscher Brückenbaukunst. 2 Bände. Hrsg.: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Deutscher Bundes-Verlag, Köln 2006 und 2007. ISBN-13: 978-3-935064-41-5 und 978-3-935064-46-0.

Rezension: Carola Nathan

Mittelalterliche Metropole Regensburg

Regensburg war vom frühen Mittelalter bis zur Reformation eine der führenden Städte des Kontinents. Sie war Zentrum der Hochfinanz, des Fernhandels und der Politik. Der 2005 verstorbene Peter Brielmaier folgt in seinem Regensburg-Buch der Chronik vom 6. bis zum 16. Jahrhundert und führt dabei zu den historischen Plätzen in der Altstadt, die mit ihren Klöstern und Kirchen, den Geschlechtertürmen und den Patrizierhäusern bis heute von dieser Zeit geprägt ist und deshalb seit 2006 zu Recht auf der Welterbeliste der UNESCO steht. Ein Kapitel ist auch der Steinernen Brücke gewidmet, die zu den ältesten Brücken in Deutschland zählt und deren Bau von den Regensburger Kaufleuten gemeinsam finanziert wurde.

Peter Brielmaier und Uwe Moosburger (Fotos): Regensburg. Metropole im Mittelalter. Hrsg.: Peter Morsbach. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2007. ISBN 978-3-7917-2055-5, 276 S., 49,90 Euro.

Rezension: Dr. Dorothee Reimann

Borkum und die Geschichte des Walfangs

Die Bewohner der ostfriesischen Insel Borkum lebten nach einer schweren Sturmflut, die 1634 ihre Felder zerstört hatte, vor allem vom Walfang. Bis heute sind dort Zäune aus Walknochen erhalten, mit denen die Grundstücke - in Ermangelung von Holz - vor Sandverwehungen geschützt werden. Der Borkumer Heimatverein hat bereits 1980 ein immer noch aktuelles Buch herausgegeben, in dem der Walfang, aber auch das Leben auf der Insel vor, während und nach der Walfängerzeit sehr anschaulich beschrieben sind.

Hans Teerling: Aus Borkums Vergangenheit. Die Walfängerzeit in Wort und Bild. Hrsg.: Heimatverein der Insel Borkum e. V., Borkum 1980.

Rezension: Carola Nathan

Monumente aus Walknochen

Klaus Barthelmess, der seit vielen Jahren das Phänomen Wal kulturgeschichtlich untersucht, hat nun eine in Deutschland längst überfällige Monographie über Monumente aus Walknochen geschrieben. Einem Abriss über Vorkommen und Typologie folgen Überlegungen zur Konservierung der Zäune aus Walknochen auf der Nordseeinsel Borkum.

Bei der 24-seitigen Broschüre handelt es sich um das erste Werk der von Klaus Barthelmess herausgegebenen "Schriften zur Kulturgeschichte von Mensch und Meeressäuger". Mehrere umfangreiche Bände über Wal-Ausstellungen von der Antike bis heute oder über Wale und Walfang in Kulturgeschichte und Sammlung sind in Planung.

Klaus Barthelmess: Die Walknochen der Nordseeinsel Borkum. Kulturgeschichte bedeutsamer Denkmäler aus der Blütezeit des europäischen Arktiswalfangs mit Überlegungen zu ihrer Konservierung. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2008. ISBN 978-3-837026-25-2. 24 S., 6,80 Euro.

Rezension: Carola Nathan

Die Erfinderin der "Frankfurter Küche"

Bekannt wurde sie als Erfinderin der sogenannten Frankfurter Küche, die - speziell für den Massenwohnungsbau der 1920er Jahre entwickelt - die Hausarbeit für die berufstätige Frau rationalisieren sollte. Doch Margarethe Schütte-Lihotzky (1897-2000) wollte nicht ausschließlich damit identifiziert werden. Sie legte vielmehr großen Wert darauf, dass sie als erste Österreicherin ein Architekturstudium absolvierte und "immer nur bauen" wollte. Sah sie doch die Architektur als die einzige Kunst an, die allen Menschen in ihrem täglichen Lebensbereich gegenwärtig ist. Die Architektin begann in den 80er Jahren damit, ihre nun vorliegenden Erinnerungen niederzuschreiben. Sie, die das ganze 20. Jahrhundert bewusst erlebt hat, wollte aber nie als Mensch der Vergangenheit gelten, sondern auch mit diesem Buch in die Zukunft wirken.

Margarethe Schütte-Lihotzky: Warum ich Architektin wurde. Residenz Verlag, Salzburg 2004. ISBN 978-3-7917-1369-1, 240 S., 22,90 Euro.

Rezension: Dr. Dorothee Reimann

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