Kloster Ilsenburg
2003 wurde das Kloster im Harzstädtchen Ilsenburg 1.000 Jahre alt. Aus diesem Anlass veranstaltete der Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde zusammen mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Klosters Ilsenburg und der Stiftung Kloster Ilsenburg eine wissenschaftliche Tagung, die sich mit der bewegten Geschichte der ehemaligen Benediktinerabtei, aber auch mit ihrer Stellung innerhalb des Bistums Halberstadt beschäftigte.
Die Ergebnisse der Tagung und seiner jahrelangen Recherchen hat der Leiter der Fachkommission "Rechtsgeschichte des Harzraums und seiner Umgebung" im Harz-Verein, Dr. Dieter Pötschke, in einem Buch zusammengetragen, das alle Facetten der Geschichte beleuchtet. Ein Kapitel beschäftigt sich mit dem Sachsenspiegel Eike von Repchows, einem der wichtigsten Rechtsbücher des späten Mittelalters. Der Autor geht der Frage nach, ob die Urschrift im Skriptorium des Klosters Ilsenburgs entstanden sein könnte.
Dieter Pötschke: Kloster Ilsenburg. Geschichte, Architektur, Bibliothek. Lukas Verlag Berlin und Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde e. V., 2004. ISBN 978-3-936872-14-9. 230 S., 25 Euro.
Rezension: Carola Nathan
Mühlen im Wandel der Zeit
Bis vor etwa 200 Jahren waren Mühlen die Energielieferanten schlechthin. Fast jedes Dorf hatte Wind- oder Wassermühlen. Hier wurde nicht nur das Getreide zu Mehl gemahlen, auch Ölfrüchte, Gewürze und Knochen, ja sogar Steine wurden zerkleinert. Dazu kamen Hammer- und Sägemühlen.
Eugen Ernst, der Mitbegründer und ehemalige Direktor des Freilichtmuseums Hessenpark in Neu-Anspach, präsentiert in einem reich bebilderten Band Mühlen in all ihren Erscheinungsformen, Traditionen und Funktionen. Er zeigt auch, wie das Mühlensterben einsetzte und wie die oft markanten Bauten heute genutzt werden können. Ausführlich spürt er dem Thema Mühle in Literatur, Kunst, Religion, in Sprache und Sagenwelt nach. Der Anhang bietet eine Zusammenstellung der noch existierenden Mühlen in ganz Deutschland.
Eugen Ernst: Mühlen im Wandel der Zeiten. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2005. ISBN 978-3-8062-1935-7, 272 S., 39,90 Euro.
Rezension: Dr. Dorothee Reimann
Spektakuläre Rettung einer Kirche
In ihrem Buch "Kirche Wang" erzählt die Kunsthistorikerin Anja Rösner von der abenteuerlichen Rettung einer norwegischen Stabkirche. Sie berichtet von dem drohenden Abriss, von der Versteigerung des Gotteshauses und seinem spektakulären Umzug nach Schlesien: In zahlreiche Teile zerlegt und in Kisten verpackt wurde die hölzerne Kirche von Vang über das norwegische Hochgebirge, den Sognefjord entlang, übers Meer nach Stettin, die Kanäle hinauf und per Pferdekarren übers Land bis ins Riesengebirge transportiert. Briefauszüge, Notizen Zeichnungen und Listen nehmen die Leser dabei mit auf eine Zeitreise durch die Romantik Deutschlands und Norwegens. Hier begegnen sie dem norwegischen Landschaftsmaler Johan Christian Dahl, dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. sowie der schlesischen Gräfin Friederike von Reden, die alle in ihrer Weise den noch jungen Gedanken der Denkmalpflege förderten. 1842 einer kleinen Gemeinde geschenkt, steht das norwegische Gotteshaus seither als "Bergkirche unseres Erlösers zu Wang" im polnischen Karpacz Górny und zieht jährlich über 170.000 Besucher an.
Anja Rösner: Kirche Wang. Reise einer Stabkirche von Norwegens Fjorden ins Riesengebirge. Heiner Labonde-Verlag, Grevenbroich 2006, ISBN 978-3-937507-09-4, 112 S., 12,80 Euro.
Rezension: Christiane Rossner