Monumente Online

Ausgabe: Dezember 2007

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Stimmungsvolle Kirchenräume

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Editorial

Die Kirche als Kulturdenkmal ist ein eigener kleiner Kosmos, die Kirchenbaukunst bindet Fachleute vielerlei Bereiche: Geistliche, die die Gotteshäuser mit Glauben und Gemeindeleben füllen sollen, Kunsthistoriker, die die Formen und Entwicklungen ihrer Bausprache aufspüren, Denkmalpfleger, die ein wachsames Auge auch auf die kleinste Dorfkirche behalten, Handwerker, die Reparaturen durchführen, und Restauratoren, die mit Akribie die alten Schätze retten und manchmal erst wieder zum Vorschein bringen. Keiner aber weiß besser um die Vielschichtigkeit der historischen Kirche als gewachsenes Kunstwerk als die Dom- und Münsterbaumeister. Sie sind die "Manager" der Großkirchen und müssen sich bei aller Demut vor der Großartigkeit der Bauwerke vor allem mit organisatorischen und finanziellen Fragen beschäftigen.

Yvonne Faller kann das nur bestätigen. Die Münsterbaumeisterin in Freiburg ist die Interviewpartnerin dieser MONUMENTE Online-Ausgabe. Sie hat unsere Redakteurin begleitet, die bei ihrem Besuch des im Mittelalter von den wohlhabenden Freiburgern errichteten und bis heute tief in der Bevölkerung verwurzelten Münsters Impressionen eingefangen und behutsam in Worte gefasst hat. Von einer Kirche, die im Vergleich zu vielen anderen nicht in ihrer Existenz bedroht ist.

Anders nämlich als die ungleich kleinere und weniger berühmte, aber auf ihre Weise genauso kostbare Dorfkirche im sächsischen Leisnig-Tragnitz. Sie legen wir Ihnen als unser diesmaliges "Denkmal in Not" ans Herz. Diese Rubrik wird es in Zukunft in jeder Ausgabe der MONUMENTE Online geben: eine der Neuerungen, die im Zuge der Anpassung an die Print-Ausgabe der MONUMENTE Einzug gehalten hat. Eine Rubrik, bei der uns der Stoff wohl leider so schnell nicht ausgehen wird.

Aber glücklicherweise scheint die Schatzkiste an kleinen Kostbarkeiten, die sich mitunter gerade in eher unscheinbaren Dorfkirchen verstecken, ebenso unerschöpflich. So haben wir diesmal im mecklenburgischen Gischow eine Seltenheit für Sie entdeckt: die anrührende und ikonographisch ungewöhnliche Szene der Barmherzigkeit, die die Predella des spätgotischen Schnitzaltars schmückt.

Viel Spaß beim Lesen und "Durchklicken" wünscht Ihnen
Ihre
Beatrice Härig

Redaktion MONUMENTE Online

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