www.sbhlg.org
Friedrich Wilhelm II. liebte edle Pferde - in Preußen waren diese allerdings nicht zu finden. Deshalb beauftragte der König im Jahr 1788 seinen Generalleutnant und Reisestallmeister Carl-Heinrich August Graf von Lindenau mit der Reorganisation des preußischen Gestütswesens. Die Einrichtung staatlicher Land- und Hauptgestüte sollte die Pferdezucht verbessern und systematisch aufbauen. In den Jahren 1788 bis 1791 wurden im nordwestlich von Berlin gelegenen Neustadt an der Dosse unter dem sächsischen Bauinspektor Ephraim Glasewald zwei Anlagen errichtet: ein Zuchtgestüt für Stuten sowie ein Landgestüt für Hengste. Hier brachte man Pferde des edelsten Geblüts als Grundlage für alle anderen heimischen Zuchtstätten zusammen.
Die Internetseiten der Stiftung "Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse)" informieren eingehend über die 200-jährige Tradition sowie die gegenwärtigen Aufgaben in der Pferdezucht. Eine eigene Rubrik widmet sich der Geschichte und den baulichen Besonderheiten des "Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts". In einer anschaulichen Beschreibung wird die Architektur der Gebäude vorgestellt, die sich durch die sachlich-klaren Linien des Klassizismus auszeichnet und ein harmonisch gegliedertes Raumgefüge mit den damals modernsten Erkenntnissen für eine mustergültige Gutswirtschaft verbindet. Darüber hinaus findet man Hinweise zu den vielseitigen Pferdesport-Veranstaltungen, die jedes Jahr unzählige Besucher anziehen, beispielsweise die Hengstparaden, der Fohlenfrühling oder der Weihnachtsmarkt. Außerdem erfährt der Besucher, wie er das Gestüt durch Führungen und die Gegend rund um Neustadt (Dosse) mit einer Kutschfahrt oder über den Gestütsweg bis zum Mecklenburgischen Landgestüt Redefin erkunden kann. Die Teilnehmer der Reit- und Fahrlehrgänge, die auf dem Hauptgestüt Neustadt angeboten werden, können sich eine besonders reizvolle Unterkunft wählen: das frisch restaurierte Kavaliershaus.
Julia Ricker



