100 Jahre Deutscher Werkbund - Vom Sofakissen bis zum Städtebau
bis 26.08.2007
Dort, wo vor 100 Jahren der Deutsche Werkbund seinen Anfang nahm, wird in diesem Sommer das runde Jubiläum mit einer Ausstellung gefeiert. Die Interessengemeinschaft gründete sich 1907 mit dem Ziel, durch das Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk eine sowohl technisch als auch ästhetisch hochwertige Industrieproduktion zu schaffen. Das Arbeitsfeld des Zusammenschlusses von Architekten, Künstlern und Unternehmen reichte nach einem geflügelten Wort seines Mitbegründers Hermann Muthesius "vom Sofakissen bis zum Städtebau". Das Architekturmuseum der Technischen Universität München zeigt in der Pinakothek der Moderne etwa 500 Exponate - Plakate, Modelle, Möbel, Design, Zeichnungen und Fotografien, die ein umfassendes Bild der Leistungen des Werkbundes vermitteln. Die Schau wird in verkleinerter Form vom 16. September bis 18. November 2007 in der Akademie der Künste in Berlin zu sehen sein. Anschließend werden vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart Auslandspräsentationen organisiert. Ausstellungsorte: Architekturmuseum der Technischen Universität München in der Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, 80333 München, Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr und Donnerstag 10-20 Uhr. Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten.
Tagung und Publikation zur Backsteinbaukunst
07.09.2007
Eine neue MONUMENTE-Publikation mit dem Titel "Backsteinbaukunst. Zur Denkmalkultur des Ostseeraums" wird im September erscheinen. Entstanden ist sie anlässlich des internationalen Backsteinbaukunst-Kongresses zur Feier des 75. Geburtstags von Professor Gottfried Kiesow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Hansestadt Wismar hatte im Sommer 2006 gemeinsam mit der Stiftung, den Hansestädten Lübeck und Stralsund sowie dem Europäischen Zentrum für Backsteinbaukunst Fachleute aus dem gesamten Ostseeraum in die wieder eingewölbte Georgenkirche geladen. Kunsthistoriker, Bauforscher und Architekten aus dem Baltikum, aus Finnland, Polen und Deutschland tauschten sich zur Backsteinbaukunst und zu spezifischen architektonischen Aspekten des traditionsreichen Materials aus. Die Ergebnisse des Dialogs sind nachzulesen in diesem Band, der ergänzt ist um ein Kapitel, das ganz dem Jubilar gewidmet ist. Eine Laudatio des früheren polnischen Generalkonservators Professor Andrzej Tomaszewski würdigt das langjährige und grenzüberschreitende Engagement Professor Kiesows, bevor dieser in einem ausführlichen Gespräch mit Ingrid Scheurmann persönlich zu Wort kommt. Mit Rückblick auf das Europäische Denkmalschutzjahr spricht Kiesow über die Verankerung des Denkmalschutzgedankens in der Öffentlichkeit, die Gründungsjahre der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie über aktuelle Themen und Ziele.
Im Rahmen des zweiten Backsteinbaukunst-Kongresses, der am 7. September 2007 ebenfalls in St. Georgen in Wismar stattfindet, wird der reich bebilderte Band präsentiert werden. Ebenfalls ab September ist die Publikation für MONUMENTE-Leser zu erwerben.
Backsteinbaukunst. Zur Denkmalkultur des Ostseeraums. Dokumentation der Tagung zum 75. Geburtstag von Gottfried Kiesow in der Wismarer St. Georgen-Kirche, 31.8.-1.9.2006, Hrsg.: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2007. ISBN 978-3-936942-92-7, ca. 160 S., 19,80 Euro.
Tag des offenen Denkmals: Historische Sakralbauten laden zum Besuch
09.09.2007
Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September öffnen in ganz Deutschland wieder historische Baudenkmale, die sonst oft nicht zugänglich sind, ihre Türen und Tore für kulturbegeisterte Besucher. Unter dem Motto "Orte der Einkehr und des Gebets - Historische Sakralbauten" widmet sich der Denkmaltag in diesem Jahr neben Kirchen, Klöstern oder Synagogen auch alten Wegekreuzen, archäologischen Ausgrabungen von Stätten mit kultisch-religiösem Hintergrund, Kleindenkmalen auf Pilgerwegen, Spitälern, Schulen, Stiftsanlagen und vielem mehr. Daneben nutzen sehenswerte Baudenkmale, die dem Schwerpunktthema weniger nahe stehen, den Tag des offenen Denkmals, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Denkmaltag bundesweit. Mittlerweile ist er mit jährlich mehr als 4 Millionen Besuchern eine der erfolgreichsten Kulturveranstaltungen in Deutschland. Ab Ende Juli finden Sie das Programm mit allen Veranstaltungen von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen auf den Internetseiten des Tags des offenen Denkmals. Ein umfangreiches Rahmenprogramm erwartet Sie in diesem Jahr in Regensburg. Dort wird der Denkmaltag in Deutschland durch Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee eröffnet.
Konstantin der Große
bis 04.11.2007
Konstantin der Große hat als römischer Kaiser unser heutiges Europa wie kein anderer antiker Herrscher geprägt. Seine Regierungszeit markiert den Wendepunkt zwischen der heidnischen Antike und dem christlichen Mittelalter. Der Imperator förderte aktiv das Christentum und nahm kurz vor seinem Tod den christlichen Glauben an. Trier war als erste Residenz Konstantins eine der wichtigsten Metropolen in der Spätantike, die in ihrer Bedeutung Rom, Alexandria und Karthago nahe kam. Die vom Bistum Trier und der Stadt Trier gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz initiierte Präsentation veranschaulicht an insgesamt drei Standorten die bis heute bestehende Bedeutung des Kaisers. Die Landesausstellung ist ein zentrales Projekt der Kulturhauptstadt Europas 2007 Luxemburg und Großregion. Rund 1400 Exponate aus 160 international bedeutenden Museen wie dem Louvre, den Vatikanischen Museen und dem British Museum sowie erstmals gezeigte Neufunde aus dem antiken Trier geben ein imposantes Bild einer Zeit, in der die Verknüpfung von antiken Traditionen und neu aufkommenden christlichen Vorstellungen eine geistige und künstlerische Blütezeit hervorrief. Eine weitere Attraktion ist die originalgetreue Kopie des drei Meter großen Kopfes Kaiser Konstantins, der in den Kapitolinischen Museen verwahrt ist. Er gehörte zu einer etwa zwölf Meter hohen Monumentalskulptur, die in einer virtuellen Rekonstruktion zu bestaunen ist. Ausstellungsorte: Rheinisches Landesmuseum Weimarer Allee 1, Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Windstrasse 6-8, Stadtmuseum Simeonstift, Simeonstrasse 60, 54290 Trier.
Hedwig Bollhagen - Ein Leben für die Keramik
bis 13.02.2008
Hedwig Bollhagen schuf Keramik, deren praktische Verwendung zwar stets im Vordergrund stand, die aber dennoch keine lieb- und leblose Massenware sein sollte. Jeder Gegenstand war handgearbeitet und garantierte ein Stück Individualität. Eine Retrospektive zum Werk der bedeutenden Keramikerin des 20. Jahrhunderts im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zeigt Dokumente und Objekte von den frühen Lehr- und Wanderjahren der Künstlerin bis zu den späten Beispielen frischer Experimentierlust. In Marwitz/Brandenburg gründete Hedwig Bollhagen 1934 ihre Werkstätten für Keramik und entwickelte dort aus ihren künstlerischen Einzelstücken nicht nur ein umfangreiches Angebot an einfachen, zeitlosen Geschirren, sondern produzierte auch Fliesen, Pflanzgefäße und Formziegel für den Denkmalschutz. Filme und eine interaktive Medienstation ergänzen die reiche Präsentation. Eine eigene Stiftung zur Erhaltung und Pflege der Keramiksammlung und des schriftlichen Nachlasses von Hedwig Bollhagen wurde in treuhänderischer Verwaltung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz errichtet, die um weitere Mitstreiter und großherzige Zustifter wirbt. Nach der Ausstellung wird die Sammlung einen würdigen Rahmen in dem barocken Wohnhaus "Im Güldenen Arm" in Potsdam finden. Dort soll sie in Zukunft einem größeren Publikum gezeigt werden und gleichzeitig die Besucher auf einen Abstecher in die noch arbeitende Manufaktur in Marwitz, nördlich von Berlin, neugierig machen. Ausstellungsort: Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam, Dienstag bis Freitag 10-17 Uhr, Samstag und Sonntag 10-18 Uhr.