Als in Deutschland die Industrialisierung einsetzte, zog es die Menschen auf der Suche nach Arbeit von den Dörfern in die Städte. Dort wohnten sie meist in dunklen und feuchten Mietskasernen und arbeiteten in den Fabriken unter unmenschlichen Bedingungen bis zur Erschöpfung. Die neueste Ausgabe von MONUMENTE Online geht der Frage nach, welche Ideen im 20. Jahrhundert in der Architektur umgesetzt wurden, um diese Missstände zu beheben.
Zu den ersten Unternehmern, der die Wohn- und Arbeitsbedingungen seiner Angestellten verbesserte, gehört der Begründer der Deutschen Werkstätten, Karl Schmidt. Er ließ in Hellerau bei Dresden bereits 1909 eine Gartenstadt errichten, die auch Ausdruck einer neuen und besseren Zeit werden sollte. Die Geschichte des Festspielhauses, das Heinrich Tessenow für die Gartenstadt entwarf, erzählt der Artikel über das "Denkmal im Blickpunkt". Schmidt gehörte dem Deutschen Werkbund an, der 1907 von Architekten, Künstlern, Handwerkern, Industriellen und Politikern zur "Veredelung der gewerblichen Arbeit" gegründet worden war. Die Reformarchitektur von Bruno Taut, Fritz Schumacher, Konrad Wachsmann - ihren innovativen Bauten werden in dieser Ausgabe eigene Artikel gewidmet - und vielen anderen Mitgliedern des Werkbunds setzte Zeichen und hat ihre Wirkung auch heute noch nicht verloren.
Den Aufbruch in die Moderne hatte sich das Bauhaus auf die Fahnen geschrieben, das 1919 auch aus dem Werkbund heraus entstanden war. Kurz bevor beide Einrichtungen von den Nationalsozialisten 1933 verboten wurden, errichtete Ludwig Mies van der Rohe in Berlin Haus Lemke, das letzte Projekt des Werkbund-Architekten und damaligen Leiters des Bauhauses vor seiner Emigration nach Amerika. Lassen Sie sich von der ganz besonderen Formensprache dieser Inkunabel des Neuen Bauens verzaubern.
Viel Spaß bei der Lektüre wünscht
Carola Nathan
Redaktion MONUMENTE Online













