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Die Verschmelzung von Kunst, Schönheit und Funktionalität in einer neuen Form der Gestaltung ist die zentrale Idee im Wirken des Museumsgründers, Mäzens und Kulturvermittlers Karl-Ernst Osthaus. In seiner Heimatstadt Hagen verfolgte er zu Beginn des 20. Jahrhunderts neue museale, architektonische und städtebauliche Konzepte, die zu einer Umgestaltung des gesellschaftlichen Lebens führen sollten. Nach den Entwürfen Henry van de Veldes ließ Osthaus in den Jahren 1906-08 in der Gartenstadt Hohenhagen ein Wohnhaus erbauen - den Hohenhof.
Die Internetseiten des Hagener Karl-Ernst Osthaus Museums präsentieren den Hohenhof als Gesamtkunstwerk. Wie der Besucher erfährt, wurde das Gebäude nach den Vorstellungen des Bauherrn und des Architekten mit dem Anspruch geschaffen, dass sich alle Details formal aufeinander beziehen sollten. Für die Innenräume gestaltete van de Velde Möbel, Wanddekorationen und Bodenbeläge, sowie Lampen, Stoffe und Geschirr. Interieuraufnahmen mit kurzen Texten vermitteln einen aufschlussreichen "Rundgang" durch den Hohenhof. Der Besucher "betritt" zunächst die Emfpangshalle und gelangt von dort in den Salon, das Arbeits- und schließlich das Speisezimmer. Über die Treppe in der Halle wird abschließend das Schlafzimmer im oberen Geschoss erreicht. Obgleich der Hohenhof großbürgerlichen Bedürfnissen entsprach, diente er nicht vorrangig repräsentativen Zwecken. Vielmehr verkörpert er eine minutiös arrangierte, ästhetische Einheit, die im Sinne des Bauherrn gestaltet wurde.
Julia Ricker



