Die Jäger, die am Ende der letzten Eiszeit - also vor rund 14.000 Jahren - im heutigen Sachsen lebten, mussten feststellen, dass sich ihr Lebensraum nach und nach veränderte. Wegen der gemäßigteren Temperaturen konnten damals nämlich die ersten Wälder entstehen, in denen sich Rehwild, Vögel und Nagetiere ansiedelten. Die Speerschleudern, die den Jägern in den offenen Tundren seit Jahrtausenden gute Dienste bei den Treibjagden von Mammuts oder Rentierherden geleistet hatten, wurden nun unbrauchbar. Doch die Steinzeitjäger passten sich der neuen Situation schnell an: Sie nutzten die Büsche und Bäume, um sich an das Wild heranzupirschen, und entwickelten Pfeil und Bogen, mit denen sie ihre Beute nun auch aus nächster Nähe erlegen konnten. Einen solchen Birken- und Kiefernwald haben Mitarbeiter des sächsischen Landesamtes für Archäologie am Rande des Braunkohletagebaus bei Reichwalde freigelegt. Die Wissenschaftler haben noch nicht herausgefunden, warum dieser Wald vor 13.500 Jahren in einem See versank. Vielleicht lag es am feuchten Klima, vielleicht haben umgestürzte Bäume aber auch einen Fluss gestaut. Jedenfalls entstand aus dem See schließlich ein großes Moor, das die Bäume, den Waldboden und vieles mehr sehr gut konservierte. 600 zehn- bis zwanzig Meter lange Baumstämme haben die Archäologen bei Reichwalde ergraben. Wenn man bedenkt, dass es weltweit bislang nur 40 Holzstückchen aus dieser Zeit gab, ist dies schon eine Sensation.
Die Welt vor 14.000 Jahren
In Reichwalde wurde die Urzeit ausgegraben
Carola Nathan












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