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Ausgabe: November 2006

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Abenteuer Archäologie - wie Geschichte ergraben wird

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Bücher

Ausgabe November /Dezember 2006

Die Neandertaler

Vor 150 Jahren fanden Steinbrucharbeiter im Neandertal bei Düsseldorf Knochen eines Skeletts, das später weltberühmt wurde. War mit ihm doch eine frühe Menschenart gefunden, die sowohl für die Entwicklungsgeschichte des heutigen Menschen als auch für die archäologische Erforschung der Lebensumstände eiszeitlicher Kulturen von großer Bedeutung war.
Die Archäologen Bärbel Auffermann, stellvertretende Leiterin des Neanderthal Museums in Mettmann, und Jörg Orschiedt stellen in ihrem gerade erschienenen Buch ausführlich dar, dass die vor etwa 100.000 Jahren erstmals auftretenden Neandertaler nach neuesten Erkenntnissen keineswegs dumme und primitive Wilde waren, sondern dass sie bereits über hoch entwickelte Werkzeuge und Jagdtechniken, über Sprache und Religion sowie über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügten. Warum sie allerdings seit der Zeit vor etwa 27.000 Jahren nicht mehr nachweisbar sind und welche Rolle der anatomisch moderne Mensch dabei spielte, ist noch immer ungeklärt.
Bärbel Auffermann und Jörg Orschiedt: Die Neandertaler. Auf dem Weg zum modernen Menschen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006. ISBN 3-8062-2016-6, 160 S., 29,90 Euro.

Lebendige Vergangenheit

Experimente dienen in der Wissenschaft dazu, Hypothesen zu testen und sie gegebenenfalls zu verwerfen - Beweise für ihre Richtigkeit sind sie aber nicht. Auch die Archäologie bedient sich seit einigen Jahren des Experiments: Werkzeuge werden nachgebaut, Techniken ausprobiert, Gebäude entstehen auf Grund von Befunden neu, die Fahrtüchtigkeit von Booten wird getestet. Damit ergeben sich auch ganz neue Möglichkeiten, archäologische Ergebnisse populär zu machen. In vielen Freilichtmuseen finden heute Vorführungen alter Techniken statt, können Metalle gegossen, Stoffe gefärbt und gewebt werden.
Das von Erwin Keefer, Leiter der archäologischen Abteilung des Landesmuseums Württemberg, herausgegebene Buch handelt von diesem spannenden Feld der praktischen Wiedergewinnung urgeschichtlichen Handwerks. Von zahlreichen Experten wird auch der Unterschied zwischen dem eigentlichen wissenschaftlichen Experiment und der häufig stark vereinfachten öffentlichen Vermittlung dargelegt: Schließlich wird es umso schwieriger, komplexe Lebensumstände nachzustellen, je weiter wir uns auf einer "Zeitreise" von der Gegenwart entfernen. Eine Übersicht wichtiger Museen und Freilichtanlagen mit lebendiger Archäologie ergänzt den Band.
Erwin Keefer (Hrsg.): Lebendige Vergangenheit. Vom archäologischen Experiment zur Zeitreise. Sonderband der Zeitschrift "Archäologie in Deutschland". Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006. ISBN 3-8062-1889-7, 112 S., 24,90 Euro.

Der Limes

In diesem Jahr wurde der Obergermanisch-Raetische Limes offiziell in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen. Als Teil der einst über 5.000 Kilometer langen Grenzlinie trennte er im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. das Römische Reich vom unbesetzten Germanien.
Die vorliegende überarbeitete Auflage des Standardwerks "Der Limes" informiert umfassend über die Situation des Reiches in dieser Zeit und schildert den Alltag der Soldaten und Zivilbevölkerung am Limes und im Hinterland. Breiten Raum nehmen die Bauten ein, nicht nur Kastelle und Wachtürme, sondern auch Straßen und Gutshöfe, die der Versorgung der Grenzsiedlungen dienten. Dargestellt wird ebenso das Ende dieser Grenze im ausgehenden 3. Jahrhundert und der Mythos, der den Limes seitdem umgibt. Ein Blick auf den Limes als Gegenstand der archäologischen Forschung und als touristische Attraktion mit Museen und rekonstruierten Gebäuden rundet den Band ab.
Martin Kemkes: Der Limes. Grenze Roms zu den Barbaren. Mit Beiträgen von Jörg Scheuerbrandt und Nina Willburger. Hrsg.: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2006. ISBN 3-7995-3401-6, 288 S., 19,90 Euro.

Rezensionen: Dr. Dorothee Reimann

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