Heute leben über 85 Prozent aller Deutschen in Städten, und die Zahl wird sich voraussichtlich in den nächsten Jahren noch erhöhen. Dies verdeutlicht: Die ländlichen Regionen bluten aus, sie werden entvölkert. Dieser Umstand und die technischen Fortschritte in der Produktion landwirtschaftlicher Güter haben Auswirkungen auf die Zeugnisse der ländlichen Baukultur. Viele Bauwerke werden nicht mehr genutzt, was zugleich ihren Untergang bedeutet. Gefordert ist die wohl überlegte Bewahrung, aber ebenso eine behutsame Weiterentwicklung tradierter ländlicher Baukultur. Wie Menschen vor Ort ihr lieb gewonnenes Denkmal durch eine originelle Umnutzung schützen und damit seine Seele bewahren, kann man in dieser Monumente Online im Beitrag über die historischen Höfe im Artland nachlesen, wie stimmig andererseits ein seit Jahrhunderten auf gleiche Weise genutzter landwirtschaftlicher Betrieb ist, zeigt der Beitrag über das Landgestüt Redefin.
Von großen und kleinen Denkmalen
Aber es gibt nicht nur Probleme auf dem Land. Wer die Augen offen hält, kann neben Höfen, Mühlen und Bauernkaten eine riesige Bandbreite liebenswerter Dinge entdecken. Sei es das Flößerhaus an der Mulde oder die kleinen Weinbergshäuschen in Rheinhessen, seien es die vielen Details, die das Große erst so interessant machen: Halbsonnen in Schieferverkleidungen, bäuerliche Ornamentik in den Gefachen der Fachwerkbauten oder grotesk verkleidete Bienenstöcke, deren Sinn manchmal erst Worte sichtbar machen.
Ausgewiesene Fachleute im Bereich ländlicher Denkmalpflege engagieren sich seit vielen Jahren in der Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V. Dr. Eckehart Beichler, unser Interviewpartner, weiß, wie schwierig, aber auch wie ungemein beglückend der Einsatz für Dinge sein kann, die immer noch ihren gleichwertigen Platz neben den anerkannten "großen" Denkmalen suchen.
Viel Spaß beim Lesen und "Durchklicken" wünscht Ihnen
Ihre
Beatrice Härig
Redaktion Monumente Online














