Monumente Online

Ausgabe: November 2005

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Altäre, Kanzeln, Andachtsbilder - Kostbarkeiten in Kirchen

Inhalt Inhalt

Editorial

Das Augenmerk der Denkmalpfleger ruht bei Kirchen zuallererst auf dem Gebäude. Erst wenn ihre Dächer dicht, die Mauern trocken und die Fundamente fest sind, kann man daran denken, dass die Gemeinde in einem ansprechenden Rahmen Gottesdienste feiern möchte. Während die Architektur lange Jahrhunderte Bestand hat, ist die Ausstattung der Kirchen, um die es in dieser Ausgabe von MONUMENTE Online schwerpunktmäßig geht, einem ständigen Wandel unterworfen. Die Gestaltung des Inneren, das Mobiliar und die liturgischen Geräte sind Zeugnisse für ein Wechselspiel aus historischen, kirchenpolitischen, theologischen und denkmalpflegerischen Vorstellungen. Sie sind zeitgebunden im Geschmack und passen sich ändernden liturgischen Anforderungen an.

Weil alle Theorie grau ist und Einzelbeispiele umso farbiger und aussagekräftiger sind, stellen wir Ihnen ganz unterschiedliche Gotteshäuser und ihre Ausstattung vor. In der Geschichte über den Limburger Dom wird unter anderem erzählt, dass der Chor- und Altarbereich in den 1970-er Jahren deshalb maßgeblich geändert wurde, weil das II. Vatikanische Konzil (1962 - 65) eine bewusste Teilnahme der Gläubigen an liturgischen Handlungen erwirken wollte. Altar, Ambo und Vorstehersitz sollten eine gestalterische und räumliche Einheit bilden.

Erfreuen kann man sich an den fröhlichen Kindern auf einem Taufstein in Pirna, an 30 Altären von St. Jakobi in Stralsund und den Geschichten um eine Sanduhr in Torgau, die zur Beschränkung der Predigtzeit diente. Wissenswertes ist zusammengetragen zur Kulturgeschichte des Stucks, der schon immer während seiner langen, bis zu den Ägyptern zurückreichenden Geschichte der Verzierung diente. Aber nicht alles blitzt und funkelt in den Kirchen. Das wunderbar erhaltene barocke Innenleben der Dorfkirche von Langenweddingen in der Magdeburger Börde zum Beispiel kann zur Zeit nicht restauriert werden, weil das Geld fehlt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Ihre

Dr. Christiane Schillig
Redaktion Monumente Online

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