Monumente Online

Ausgabe: März 2005

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Wettlauf mit dem Verfall - Kirchen in Not

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Meldungen

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  • 01.02.2012

    100 Jahre Filmgeschichte - Die Babelsberger Studios feiern Geburtstag

    Die Berliner Feuerpolizei ist erleichtert, als die Deutsche Bioskop-Gesellschaft Ende des Jahres 1911 vor die Tore der Hauptstadt zieht. Denn leicht entflammbares Filmmaterial, Kulissen aus Holz und Pappe sowie heiße Scheinwerfer setzen die Berliner Dachateliers allzu häufig in Brand. Das verkehrsgünstig gelegene Heidefeld am Rande der Babelsberger Villenkolonie bietet dem Stummfilmhersteller dagegen eine ausreichende Freifläche. Hier mietet er das leerstehende Gebäude einer ehemaligen Kunstblumenfabrik an, das noch im selben Jahr um ein Filmatelier aus Glas für Tageslichtaufnahmen erweitert wird. Am 12. Februar 1912 beginnt mit den Dreharbeiten zum Stummfilm "Der Totentanz" die Produktion.

    In diesem Monat kann das Babelsberger Studio also auf 100 Jahre Filmgeschichte zurückblicken. Eine bewegte Ära, die eng mit politischen und gesellschaftlichen Veränderungen verwoben ist.

    Mit der Filmproduktion setzt in Babelsberg die Zeit der großen Regisseure ein. Einer der ersten ist Fritz Lang, der 1925/26 den Klassiker "Metropolis" dreht. Gleichzeitig expandiert das inzwischen von der Universum-Film AG (UFA) übernommene Produktionsgelände zur Filmstadt. Neben Außenkulissen entsteht die Stumme Halle, heute Marlene-Dietrich-Halle, das damals größte Kunstlichtatelier Europas. Als "Wunder von Babelsberg" feiert die Presse 1929 das erste Atelier, in dem Tonfilme produziert werden, die ein neues Kapitel in der deutschen Filmgeschichte einleiten. Beide Aufnahmegebäude zeugen noch immer von der langen Schaffensphase.

    Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, wird die UFA verstaatlicht. Jüdische Mitarbeiter werden entlassen, und zahlreiche Filmemacher und Stars verlassen das Land, um ihr Glück in Hollywood zu suchen.

    Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg setzt der Neuanfang ein. 1946 wird während des Drehs zum Film "Die Mörder sind unter uns" mit Hildegard Knef die Deutsche Film AG (DEFA) gegründet, die in der DDR als Staatsbetrieb weiter produziert und nach der Wende privatisiert wird. Nun entstehen wieder Großproduktionen. In jüngster Zeit zieht Babelsberg auch internationale Filmschaffende an. Fasziniert von Drehorten in der Umgebung und im nahen Berlin können sie hier aus einem enormen Kostüm- und Requisitenfundus schöpfen.

    Julia Ricker

    Zum 100. Geburtstag der Babelsberger Filmstudios zeigt das Berliner Filmmuseum bis zum 29. April 2012 die Ausstellungen "Paris - Babelsberg - Hollywood, 1910 bis 1939" und "Berlin - Babelsberg, heute". Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin. www.deutsche-kinemathek.de

    Das Filmmuseum in Potsdam präsentiert die neue ständige Ausstellung "Traumfabrik - 100 Jahre Film in Babelsberg". Filmmuseum Potsdam, Breite Straße 1A/Marstall, 14467 Potsdam. www.filmmuseum-potsdam.de

    Die historischen Ateliers können, sofern es laufende Filmproduktionen zulassen, im Rahmen einer Studiotour besichtigt werden. Info: 0331/7 21 21 31. www.studiobabelsberg.com

  • 01.02.2012

    DAI-Literaturpreis für Ira Mazzoni

    Seit nunmehr 40 Jahren wird der Literaturpreis des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e. V. (DAI) im jährlichen Wechsel mit dem Preis für Baukultur verliehen. 2011 ging die Bronzeplakette an Ira Diana Mazzoni. Die Kunsthistorikerin und Architekturkritikerin ist bekannt durch ihre fundiert zugespitzten Artikel unter anderem in der Süddeutschen Zeitung, in Fachzeitschriften sowie durch ihre Publikationen zur Kunst- und Gartengeschichte. Baukultur und Denkmalschutz liegen ihr besonders am Herzen: Seit vergangenem Jahr gehört sie der Wissenschaftlichen Kommission der Deutsche Stiftung Denkmalschutz an.
    In seiner Laudatio betonte der Architekturhistoriker Professor Dr. Wolfgang Pehnt, er wüsste kaum eine Autorin, die als Wächterin der alten Bauten "aufmerksamer, ehrfurchtsvoller ihres Amtes waltet, mutiger den hurtigen Rekonstrukteuren und Verschlimmbesserern entgegentritt, phantasievoller auf erhaltende Lösungen und erhaltene Spuren dringt als Ira Mazzoni".

    Bettina Vaupel

  • 01.02.2012

    Forschungspreis für den Freundeskreis Schloss Wiepersdorf

    Der Freundeskreis Schloss Wiepersdorf erhielt den Forschungspreis der Bettina von Arnim-Gesellschaft. Professor Dr. Hartwig Schultz, Vorsitzender des Freundeskreises und langjähriger Leiter der Brentano-Redaktion im Freien Deutschen Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum, nahm die Auszeichnung am 6. November im Rahmen eines Festaktes in der Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel entgegen.

    Den Bettina-von-Arnim-Forschungspreis verleiht die Gesellschaft für die Verbreitung des Wissens über die Schriftstellerin der Romantik, die lange auf Schloss Wiepersdorf südlich von Berlin lebte. 2006 übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das damals in seiner Existenz bedrohte Künstlerhaus.

    Die Bettina-von-Arnim-Gesellschaft ist ein Zusammenschluss von Freunden der Bettina-von-Arnim-Oberschule in Berlin-Reinickendorf, gegründet 1985 als literarische Namensgesellschaft und Schulverein. Der Vorstandsvorsitzende ist Dr. Uwe Lemm. Sie verfolgt das Ziel, das Wissen und die Kenntnis über Leben und Wirken Bettina von Arnims (1785-1859) sowie ihrer Zeit zu vertiefen. Dazu erscheinen im Saint Albin Verlag in Berlin das Internationale Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft sowie die Bettina von Arnim-Studien.

    Christiane Schillig

  • 01.02.2012

    Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern

    Die Gutshausseminare an der Europäischen Akademie in Waren an der Müritz sind mittlerweile eine feste Größe. Bereits zum 12. Mal organisiert die Stiftung Herrenhäuser und Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) treuhänderisch verwaltet wird, das zweitägige Seminar "Erhaltung und Nutzung von Gutsanlagen, Herrenhäusern, Schlössern und Parks - Bewahrung eines nationalen und europäischen Kulturerbes und Wirtschaftsfaktors".

    Die Veranstaltung findet vom 20. bis 21. April 2012 statt, daran schließen sich optional bis 22. April Busexkursionen nach Wolde, Tützpatz, Gützkow und Groß Plasten sowie zum Kloster Dobbertin an. In der dortigen Kirche wird um 14 Uhr ein öffentliches Benefizkonzert gegeben: Neben der Go Brass Formation des Bundespolizeiorchesters Berlin tritt auch der Bariton Jan Westendorff auf. Die erbetenen Spenden sollen Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern zugute kommen.

    Informationen und Anmeldung: Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern e. V., Am Eldenholz 23, 17192 Waren (Müritz), Tel. 03991/15 37 11, Fax 03991/12 13 69, org@europaeische-akademie-mv.de, www.europaeische-akademie-mv.de

    Bettina Vaupel

  • 01.02.2012

    Horst von Bassewitz zum 80. Geburtstag

    "Wenn ich den menschlichen Aspekt in allem, was die Deutsche Stiftung Denkmalschutz tut, nicht geahnt hätte, dann hätte ich mich überhaupt nicht zur Verfügung gestellt", bekannte Horst von Bassewitz 1995. Er sagte dies damals als Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission, die das Förderprogramm unserer Stiftung begutachtet. Bis heute ist er diesem aus Denkmalpflegern, Kunsthistorikern, Historikern und Architekten bestehenden Gremium, das 1992 eingerichtet wurde, treu geblieben.

    Horst von Bassewitz hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich das Profil der Wissenschaftlichen Kommission in den letzten zwanzig Jahren weiterentwickelt hat. In den Anfangsjahren wählte sie zusammen mit dem Vorstand unserer Stiftung aus der Fülle der wertvollen Denkmale diejenigen aus, deren endgültiger Verfall nur durch eine sofortige Sicherung zu stoppen war. Mittlerweile muss die Kommission immer häufiger ihre Stimme gegen geplante Zerstörungen von Bauten des 20. Jahrhunderts, wie des Bahnhofs in Stuttgart oder des Landtags in Hannover, erheben.

    Horst von Bassewitz wird nicht müde, immer wieder den Abriss historischer Innenstadtquartiere durch gesichtslose Einkaufszentren anzuprangern. Wir gratulieren zum 80. Geburtstag und wünschen ihm, auch im Namen unserer Baukultur, weiterhin einen kritischen Blick und eine starke Stimme.

    Carola Nathan

  • 01.02.2012

    Internetseiten DenkmalDebatten

    Ob die Notwendigkeit, neue Nutzungskonzepte für leerstehende Sakralbauten zu finden, oder der Plan, anstelle der Beethovenhalle in Bonn ein neues Festspielhaus zu errichten - geht es um einschneidende Maßnahmen an unseren Baudenkmalen, dann schlagen in Politik und Gesellschaft oftmals die Wellen hoch. Wer in diesem Argumentationswirrwarr den Überblick behalten möchte, dem seien die Seiten "DenkmalDebatten" im Internetauftritt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz empfohlen. Sie geben einen informativen und lesestoffreichen Einblick in die Grundlagen der Denkmalpflege. Die Darstellung von Denkrichtungen, Schulen und unterschiedlichen Positionen, die auf historischen und aktuell geführten Debatten fußen, sollen das Verständnis für die denkmalpflegerische Praxis erleichtern.

    Anhand prominenter Beispiele wie der Ruine des Heidelberger Schlosses oder des Marktplatzes von Hildesheim wird außerdem ein Überblick über die Meinungsbildungsprozesse der Denkmalpflege gegeben. Wie sich die Kriterien weiterentwickelt haben, machen die Beiträge über einen angemessenen Umgang mit heute umstrittenen Denkmalen deutlich. Darüber hinaus werden entscheidende Vordenker aus der Denkmalpflege wie Georg Dehio oder Cornelius Gurlitt vorgestellt sowie wichtige bürgerschaftliche Initiativen skizziert, die den Denkmalschutzgedanken in der Gesellschaft verankern. All diese Informationen können dem Kulturinteressierten ein Rüstzeug an die Hand geben, um sich bei den aktuellen Kontroversen eine eigene Meinung zu bilden.

    Die DenkmalDebatten werden nach und nach um weitere Kontroversen, Protagonisten und historische Wendepunkte in der Denkmalpflege ergänzt. www.denkmalschutz.de/denkmaldebatten

    Julia Ricker

  • 01.02.2012

    Jetzt zum Tag des offenen Denkmals anmelden

    Mit dem Naturstoff Holz steht in diesem Jahr erstmals ein Bau- und Werkmaterial im Zentrum des Tags des offenen Denkmals. Ein vielseitiges Motto, denn vom Fachwerk über den historischen Schiffsbau bis hin zu kostbaren Innenausstattungen, Musikinstrumenten oder komplizierten Dachstuhlkonstruktionen kommt es überall in Kunst und Architektur zum Einsatz. Auch aus der Perspektive der Bauforscher und Restauratoren ist Holz ein spannendes Thema, das sich über die Dendrochronologie genau datieren lässt und als organisches Material einer fachgerechten Behandlung bedarf.

    Als Koordinatorin des Tags des offenen Denkmals ruft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz alle Denkmaleigentümer, Kommunen, Vereine und Kirchen dazu auf, historische Bauwerke und archäologische Stätten am 9. September 2012 zu öffnen. Zum Schwerpunkt Holz lassen sich vermutlich unzählige Objekte finden, und selbst wenn Sie sich mit Ihrem Denkmal nicht im Motto wiederfinden, sind Sie herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Alle Veranstalter können bis zum 31. Mai ihre Objekte anmelden oder Materialien bestellen unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/mitmachen. Auch eine schriftliche Anmeldung ist möglich.

    Kontakt und Informationen: Carolin Kolhoff 0228/90 91-440, denkmaltag@denkmalschutz.de

    Julia Ricker

  • 01.02.2012

    Messeakademie 2012

    "Garten.Landschaft.Freiraum" heißt der diesjährige Messeakademie-Wettbewerb für Studierende der Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen, Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung. Sie sind aufgerufen, Nutzungs- und Erhaltungsstrategien für sieben ausgewählte Objekte zu entwickeln. Mit ihren Entwürfen sollen sie versuchen, die Verbindung von Natur und Bauwerk aufrechtzuerhalten. "Bauwerk und Garten, Landschaft oder Freiraum gehören untrennbar zueinander und müssen als Einheit geschützt und gepflegt werden", erklärt die Projektbetreuerin Dipl.-Ing. Ina Malgut. Zur Auswahl stehen unter anderem folgende Objekte: die ehemalige Grenzübergangsstelle Marienborn in Sachsen-Anhalt, der Brückenkopf der Landesfestung in Torgau, der Schlossgarten Ebeleben in Thüringen und die ehemalige Heeresversuchsanstalt Gut Kummersdorf in Brandenburg. Damit sich die Teilnehmer mit den Objekten vertraut machen können, bieten die Veranstalter Ende April Exkursionen an. Interessenten müssen sich bis zum 20. April verbindlich bei Ina Malgut per E-Mail anmelden (i.a.malgut@¬t-online.de). Im Rahmen der denkmal 2012 findet die sogenannte Messeakademie zum siebten Mal statt; hier werden die zehn besten Entwürfe ausgestellt und in einer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz herausgegebenen Dokumentation publiziert.

    Die Messeakademie wird von der Leipziger Messe in Zusammenarbeit mit dem Förderverein für Handwerk und Denkmalpflege e. V. Rittergut Trebsen und den Landesämtern für Denkmalpflege in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg sowie der DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement veranstaltet. Die Sieger erwarten Preisgelder im Gesamtwert von 1.500 Euro. Ansprechpartner: Förderverein für Handwerk und Denkmalpflege e. V., Rittergut Trebsen, Dipl.-Ing. Ina Malgut, Thomas-Müntzer-Gasse 4c, 04687 Trebsen, Tel. 034383/9 23 13, bildungszentrum@schloss-trebsen.de. Weitere Informationen zur Anmeldung, zu den Objekten und der Jury unter www.denkmal-leipzig.de/messeakademie

    Christiane Schillig

  • 01.02.2012

    Preise für Denkmalschutz im Wohnungsbau vergeben

    Altbauten verleihen unseren Städten und Dörfern ihren Charakter. Sie stehen für Lebensqualität, ihre Erhaltung ist ressourcenschonend und schafft Arbeitsplätze im qualifizierten Handwerk. Innovative Sanierungs- und Modernisierungsprojekte wurden daher im Rahmen der Verleihung der Deutschen Bauherrenpreise im Januar mit dem Sonderpreis Denkmalschutz im Wohnungsbau prämiert. Die Auszeichnung soll deutlich machen, dass die Bewahrung historischer Gebäude positive Impulse für Städte und Kulturlandschaften auslöst. Von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gestiftet, ging der durch Vorstandsmitglied Gerhard Eichhorn ausgehändigte Sonderpreis an zwei Wohnsiedlungen. Im brandenburgischen Wildau wurde die gründerzeitliche Schwartzkopff-Siedlung modernisiert. Den Mietern der frei und öffentlich geförderten Wohnungen stehen auch die Gärten zur Verfügung, die zum ursprünglichen Bild der Anlage beitragen. In Köln-Riehl überzeugte die Jury unter anderem der Umgang mit den kleinteiligen Fassadenstrukturen der Naumannsiedlung aus den Jahren 1927-29. Jahrelang baulich vernachlässigt, wird sie jetzt denkmalgerecht erneuert.

    An der Auslobung der im Rahmen der DEUBAU in Essen vergebenen Bauherrenpreise beteiligten sich neben dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen der Bund Deutscher Architekten und der Deutsche Städtetag in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Landschafts-Architekten. Am Rande der Verleihung fand ein Symposium zum Thema Denkmalschutz und nachhaltige Modernisierung im Wohnungsbau statt. Anhand von Beispielen aus dem In- und Ausland zeigten die Referenten insbesondere, wie Denkmalschutz und Klimaschutz in Einklang gebracht werden können, so auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Prof. Dr . Michael Krautzberger.

    Julia Ricker

  • 01.12.2011

    Auszeichnung für Professor Bernhard Servatius

    "Zukunftssicherung liegt auch in der Sichtbarmachung und Pflege unserer geistigen Wurzeln, unserer Identität - nicht nur, aber ganz besonders in den neuen Bundesländern nach der oft mutwilligen Zerstörung unseres kulturellen Erbes", begründete einst der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende der Axel-Springer AG, Professor Dr. Dr. h. c. Bernhard Servatius, seinen Einsatz für den Denkmalschutz. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zeichnete den langjährigen Vorsitzenden ihres Kuratoriums nun für seine Verdienste um die Erhaltung der Kulturlandschaft in Deutschland mit dem Dr. Sieghardt v. Köckritz-Preis aus.

    Die Ehrung des 79-jährigen fand im Berliner Axel-Springer-Haus statt. In seiner Laudatio verwies Professor Jobst Plog, Präsident des Filmförderfonds EURIMAGES und Preisträger 2005, auf die einende Kraft der Denkmale in Europa, in deren Betrachtung man die gemeinsame Geschichte spüre.

    Der zum sechsten Mal verliehene Preis wurde nach dem 1996 verstorbenen Kulturpolitiker und Vorstandsmitglied der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dr. Sieghardt v. Köckritz, benannt und ist mit einer Förderung in Höhe von 25.000 Euro verbunden. Professor Servatius widmet sie den Restaurierungsarbeiten an den verbliebenen Resten der Marienkirche auf dem Münzenberg in Quedlinburg, auf dem er als Kind häufig gespielt hat.

    Daniela Heinemann

  • 01.12.2011

    Backsteinkongress in Wismar

    Experten aus dem In- und Ausland kamen im September zum sechsten Mal zusammen, um über die kulturhistorische Bedeutung der Backsteinbaukunst zu diskutieren. Den idealen Rahmen des zweitägigen Kongresses bot die Georgenkirche in Wismar. Rund 120 Gäste hörten dort Vorträge, die einen Bogen von der Archäologie über das Mittelalter bis hin zu heutigen Umbauten großer Industriegebäude schlugen. Im Zentrum der Betrachtungen stand die Verwendung von Backstein als Ausdrucksmittel der expressionistischen Architektur. In der fachlichen Diskussion hob man den besonderen Charakter von Backsteinbauten hervor, der durch Material, Farbigkeit und Fugentechniken entsteht. Bei der Restaurierung, so die Experten, müsste darauf geachtet werden, diese Merkmale zu erhalten.

    Im Vorfeld der Tagung fand an der benachbarten Marienkirche ein Schaubrennen und Schaumauern statt, die die drei Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Lübeck, Stade und Wismar begleiteten.
    Zum Kongress erschien auch der zweite Band der Monumente Publikation "Backsteinbaukunst". Die Dokumentation der Kongresse 2007 und 2008 ist dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Professor Dr. Gottfried Kiesow, gewidmet. Sie beleuchtet Backsteinbauten des gesamten Ostseeraums von der Romanik bis zur Gegenwart. Der Folgeband zu den Kongressen 2009 und 2010 erscheint im Frühjahr 2012. Informationen finden Sie in unserem Verlagsprogramm in der Mitte dieses Heftes.

    Julia Ricker

  • 01.12.2011

    Bonner Beethovenhalle ist Ort der Demokratie

    Seit 2004 werden in Bonn wichtige Gebäude der einstigen Bundeshauptstadt als "Orte der Demokratie" gekennzeichnet. Ein Rundgang führt zu ehemaligen Regierungsgebäuden, Landesvertretungen, Ministerien und Botschaften, aber auch zu Stationen, an denen Bedeutendes geschah. Am 1. Oktober 2011 wurde eine entsprechende Tafel an der Bonner Beethovenhalle enthüllt, denn dort fanden die Bundesversammlungen statt, bei denen Walter Scheel, Karl Carstens und Richard von Weizsäcker zu Bundespräsidenten gewählt wurden.

    Die nach Plänen des Architekten Siegfried Wolske Ende der 1950er Jahre errichtete Beethovenhalle dient gleichermaßen als Konzerthaus und als Veranstaltungsort. Es gibt Bestrebungen, sie zugunsten eines Festspielhauses abzureißen, obwohl das Gebäude, das längst zu einem Wahrzeichen Bonns geworden ist, seit 1990 unter Denkmalschutz steht.

    Carola Nathan

  • 01.12.2011

    Denkmalpflege mit Musik

    Auf Schloss Reichstädt im sächsischen Dippoldiswalde fand Anfang Oktober das letzte Konzert der Benefizreihe "Grundton D" 2011 statt. Mit Kompositionen von Froberger, d'Anglebert, Fischer, Clérambault und Muffat entführte der international renommierte Cembalist Andreas Staier seine Zuhörer in die musikalische Welt des Barock.

    An diesem Abend waren Wolf Werth, der ehemalige Leiter der Abteilung Musik und Information beim Deutschlandfunk, und der Journalist Dr. Peter Gugisch noch einmal in verantwortlicher Position. Beide haben die erfolgreiche Benefizkonzertreihe seit ihrem Beginn im Jahr 1990 begleitet und wurden am darauffolgenden Tag in Pirna Zuschendorf verabschiedet. Die Idee, Musik und Denkmalschutz in einem Projekt zu verbinden, hatte der inzwischen auch als Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz engagierte Wolf Werth nach der Wende. Um bedrohte Baudenkmale in den östlichen Bundesländern vor dem Verfall zu retten, entwickelte er gemeinsam mit Dr. Matthias Sträßner, dem Kulturchef des Deutschlandfunks, die Konzertreihe "Grundton D". Als Kooperationspartner kam die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit ins Boot. Es entstand ein nun über 20 Jahre währendes Gemeinschaftswerk. Während der Deutschlandfunk hochkarätige Musiker engagiert, schlägt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Konzertorte vor. Über deren Geschichte und mögliche Nutzung informierte bisher Dr. Peter Gugisch die Zuhörer in den Konzertpausen der Ausstrahlungen.

    Der Erlös aus den Eintrittskarten kommt den Baudenkmalen zugute, für deren Erhaltung inzwischen rund vier Millionen Euro eingegangen sind.

    Unter der Leitung von Dr. Matthias Sträßner wird die erfolgreiche Konzertreihe auch im kommenden Jahr fortgesetzt.

    Friedegard Hürter

  • 01.12.2011

    Elbtunnel ist Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst

    Als Hamburgs erster Elbtunnel im September 1911 eröffnet wurde, war er eine technische Sensation. Den Stadtteil St. Pauli und die Elbinsel Steinwerder verbindend, wird das unterirdische Bauwerk noch heute genutzt. Vor allem Fußgänger, aber auch Autos unterqueren in dem ersten großen Unterwassertunnel auf dem europäischen Festland die Elbe. Seit 2003 steht er unter Denkmalschutz. Die Bundesingenieurkammer würdigte ihn anlässlich seines 100. Geburtstages mit dem Titel "Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland".

    Der 450 Meter lange und 23 Meter hohe Gigant entstand nach dem Vorbild des Clyde Tunnels in Glasgow. Weil die bestehenden Fährverbindungen und Elbbrücken nicht mehr ausreichten, um die wachsende Menge an Werft- und Hafenarbeitern zu transportieren, begann man 1907 mit seinem Bau.

    In einer offenen Stahlkonstruktion gelangen Fußgänger und Autos zur Tunnelsohle. Dort verbinden zwei jeweils vier Meter breite Röhren die beiden Elbseiten. Glänzende, zum Teil mit Wassertier-Reliefs dekorierte Keramikkacheln schmücken die hellen Schächte. Über ihren Eingängen entstanden quadratische Tuffsteinbauten mit Kupferdächern. Derjenige in St. Pauli ist weitgehend original erhalten und frisch restauriert zu bewundern. Er beherbergt neben den Maschinen auch vier große Fahrkörbe, mit denen die Passanten in die Tunnelröhre gelangen. Denn aus Kosten- und Platzgründen verzichteten die Erbauer auf Zufahrtrampen. Der von Wasser durchtränkte, weiche Grund forderte Arbeiter und Techniker beim Bau heraus. Im Schutz von eisernen Rohren buddelten sie sich mit Schaufeln und Hacken voran. Hinter ihnen entstanden die neuen Tunnelröhren, die schmiedeeiserne, mit Beton verkleidete Innenschalen besitzen.

    Der St. Pauli Elbtunnel, wie er offiziell heißt, erhielt als achtes Bauwerk den prestigeträchtigen Titel der Bundesingenieurkammer. Unter den bisher ausgezeichneten Objekten befinden sich mit dem Leuchtturm Roter Sand in der Nordsee und der Schwebefähre in Osten auch zwei Förderprojekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Anlässlich des 100. Geburtstages des Alten Elbtunnels zeigt das Hamburger Museum der Arbeit noch bis zum 25. März 2012 die Ausstellung "Tunnel. Hamburg und seine Unterwelt". www.museum-der-arbeit.de www.wahrzeichen.ingenieurbaukunst.de

    Julia Ricker

  • 01.12.2011

    Hartwig-Beseler-Preis für Horst von Bassewitz

    In Anerkennung seines langjährigen, beruflich wie ehrenamtlich erfolgreichen Engagements für Denkmalschutz und Denkmalpflege wurde dem Hamburger Architekten Horst von Bassewitz im September der Hartwig-Beseler-Preis des Denkmalfonds Schleswig-Holstein e. V. verliehen. Den feierlichen Rahmen bildete das in der Nähe von Hamburg gelegene Schloss Reinbek, dessen Restaurierung von Bassewitz zwischen 1978 und 1986 leitete.

    Der in diesem Jahr erstmalig ausgelobte Preis erinnert an den 2005 verstorbenen früheren Landeskonservator Schleswig-Holsteins und ehemaligen Mitbegründer des Vereins, Dr. Hartwig Beseler, und weist auf die Belange der Denkmalpflege in Schleswig-Holstein hin.

    Die Laudatio hielt der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dr. Robert Knüppel: "Der mit dem Preis ausgezeichnete Architekt von Bassewitz vereint architektonisches und denkmalpflegerisches Denken und Handeln auf hohem Niveau." Er würdigte vor allem von Bassewitz' großes Engagement für die Wissenschaftliche Kommission unserer Stiftung, deren ehrenamtlichen Vorsitz er seit 1991 innehat. Der Hartwig-Beseler-Preis ist mit einer Anerkennungssumme von 1.000 Euro dotiert, die auf Wunsch des Preisträgers in eine denkmalpflegerische Maßnahme einfließen soll. Mit 400 persönlichen und institutionellen Mitgliedern ist der seit 30 Jahren bestehende Denkmalfonds Schleswig-Holstein der größte Bürgerverein des Landes.

    Daniela Heinemann

  • 01.12.2011

    Kulturlandschaft – gefällt mir!

    Im Mai 2011 veranstaltete der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) zusammen mit dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. in Magdeburg die Tagung "Vermittlung von Kulturlandschaft an Kinder und Jugendliche". Der BHU vereinigt die Bürger- und Heimatvereine in Deutschland unter seinem Dach und engagiert sich seit Jahren für den Schutz unserer vielfältigen historischen Landschaften. Auf der Tagung, deren Ergebnisse nun in einem Band vorliegen, wurden verschiedene Initiativen vorgestellt - im schulischen wie außerschulischen Bereich und mit jüngeren Menschen jeden Alters. Experten sprachen beispielsweise über die Arbeit mit sogenannten Junior Rangern, über Projektwochen in historischen Weinbaulandschaften oder über die Einbeziehung von jungen Familien in die Aufgaben von Heimatvereinen. Dr. Susanne Braun informierte über "denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule", das sie bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz betreut. Seit 2002 richtet sich dieses Programm der Stiftung an junge Menschen. Sie sollen lernen, ihre Umwelt genauer wahrzunehmen und das kulturelle Erbe als Teil der eigenen Geschichte zu begreifen. Für das Schuljahr 2009/10 haben die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der BHU das Themenfeld "Historische Kulturlandschaften: Erfassen, Bewerten, Pflegen und deren Werte vermitteln" als Schwerpunkt gewählt, das die Schulen in sehr unterschiedlichen Ansätzen umsetzen. Der 108 Seiten umfassende Tagungsband "Vermittlung von Kulturlandschaft an Kinder und Jugendliche" kann gegen eine Spende bestellt werden bei: Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU), Adenauerallee 68, 53113 Bonn, Tel. 0228/22 40 91, bhu@bhu.de, www.bhu.de.

    Carola Nathan

  • 01.12.2011

    Novellierung des Denkmalschutzgesetzes in Schleswig-Holstein

    Mit Interesse wurde die angekündigte Novellierung des Denkmalschutzgesetzes der schleswig-holsteinischen Landesregierung erwartet. Im Juni 2011 legten CDU und FDP einen Entwurf zur ersten Lesung im Landtag vor, der auf massiven Widerstand gestoßen ist. Bedenken äußerten Institutionen wie die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik, der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS), das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz und der Verband Deutscher Kunsthistoriker. Unter anderem beanstanden sie, dass die Bedeutung des bisher aktiv für Schutz und Pflege von Denkmalen arbeitenden Landesamts für Denkmalpflege marginalisiert werde. Sie kritisieren, dass die Bewahrung von Kulturdenkmalen den wirtschaftlichen Belangen ihrer Eigentümer stark untergeordnet werde. Auch stehen sie der Streichung von historischen Garten- und Parkanlagen aus dem gesetzlichen Schutz ablehnend gegenüber.

    Der Gesetzesentwurf der Landesregierung wurde - zusammen mit einer von der SPD-Fraktion im Jahr 2009 ausgearbeiteten Fassung - in den zuständigen Bildungsausschuss verwiesen. Dieser hat verschiedene Institutionen, unter ihnen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, um Stellungnahme gebeten. Diese schließt sich der erheblichen Kritik an. Insgesamt wurden beim Schleswig-Holsteinischen Landtag über 50 Erklärungen eingereicht, deren Anhörung Anfang November erfolgte. Im Dezember wird der Landtag über die Gesetzesänderung abstimmen. Schleswig-Holstein besitzt seit 1958 sein Denkmalschutzgesetz, das 1996 überarbeitet wurde. In jüngster Zeit novellierte auch Niedersachsen sein Denkmalschutzgesetz. Das Saarland hat für 2012 eine Überarbeitung angekündigt.

    Julia Ricker

  • 01.12.2011

    Preise für das Handwerk in der Denkmalpflege

    Seit beinahe 130 Jahren ist die Arberger Mühle im Besitz der Familie Kramer, die sie bis heute zusammen mit einem Förderverein hegt und pflegt. Das technische Denkmal befindet sich im Herzen des Bremer Stadtteils Arbergen und zählt zu den ältesten Mühlen der Region. Seit 2007 wurde es auch mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert, während die Bremer Heimstiftung gleichzeitig auf dem Mühlengelände Seniorenwohnungen und eine Wohngemeinschaft für Pflegebedürftige einrichtete. Für den sensiblen Umgang mit dem Denkmal und die innovative sowie handwerklich besonders gelungene Restaurierung wurde Werner Möller - Urenkel des Müllers Lütje Kramer, der die Mühle 1882 erwarb - mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet.

    Dieser Preis wird jedes Jahr von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks in zwei Bundesländern vergeben, 2011 neben Bremen in Baden-Württemberg. Gewürdigt werden private Bauherren und Handwerksbetriebe, die Herausragendes bei der Bewahrung von Baudenkmalen geleistet haben. Vorschläge für den Preis können von den Bauherren und Handwerkern, aber auch von Architekten und Denkmalpflegern eingereicht werden. Für nächstes Jahr sind die Bundesländer Niedersachsen und Saarland vorgesehen.

    Bremen
    1. Preis: Werner Möller für die Restaurierung der Arberger Mühle.
    2. Preis: Melanie und Matthias Wobbe für den sensiblen Umgang mit ihrem 1906 errichteten Wohnhaus sowie Carl Johann Öholm und Ulla Norbäck für die Wiederbelebung eines Gebäudes im historischen Schnoorviertel.
    3. Preis: Timo Götz und Silvia Machura für die vorbildliche Wiederherstellung eines typischen Altbremer Reihenhauses.

    Baden-Württemberg
    1. Preis: Dieter Schmeh für den behutsamen Umgang mit einem Stadthaus am Münsterplatz in Überlingen - ebenfalls ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz - sowie Josef Müller für die mit minimalen Eingriffen in die historische Bausubstanz erfolgte Sanierung eines Wohn- und Geschäftshauses in Langenargen.
    3. Preis: Alb-Elektrizitätswerk Geislingen e. G. für die gelungene Neunutzung eines Getreidesilos in Geislingen an der Steige sowie die Bareiss Besitz GmbH für den sorgsamen Umgang mit dem Morlokhof in Baiersbronn-Mitteltal.

    Sonderpreis: Renate Zundel für die kontinuierliche Pflege eines Ateliergebäudes in Tübingen.

    Carola Nathan

  • 01.12.2011

    Weihnachtskonzert im Schlosspark Wiepersdorf

    Der romantische Park des brandenburgischen Schlosses Wiepersdorf wird am 18. Dezember um 18 Uhr zur Kulisse eines vorweihnachtlichen Konzerts. Wenn Blechbläser des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt/Oder am 4. Advent klassische Weihnachtsmelodien erklingen lassen (Foto), können sich die Besucher schon auf die bevorstehenden Feiertage einstimmen.

    Die Veranstaltung findet bereits seit 1981 in Anlehnung an den Brauch des Turmblasens statt und erfreut sich sehr großer Beliebtheit. Das besinnliche Konzert ist der Abschluss des öffentlichen Programms von Schloss Wiepersdorf in diesem Jahr. Der ehemalige Wohnsitz Achims und Bettinas von Arnim hat eine lange Tradition als Ort des geistigen Austauschs. 2006 wurde er von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übernommen. Mit Unterstützung des Landes Brandenburg und des Bundes will sie ihn dauerhaft als Künstlerhaus erhalten.

    Das Bettina und Achim von Arnim Museum ist am 18.12. ab 16 Uhr geöffnet. Der Einlass zum Konzert beginnt um 17 Uhr. Eintritt 3 Euro, Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren frei. Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, Bettina-von-Arnim-Straße 13, 14913 Wiepersdorf, Tel. 033746/6 99-0.

    Julia Ricker

  • 01.06.2011

    Förderprojekt gewinnt den Europa Nostra Award

    Zu den 27 Gewinnern des Preises der Europäischen Union für das Kulturerbe gehört in diesem Jahr der Förderverein des Klosters im sauerländischen Bredelar. Die Auszeichnung erhielten die Vereinsmitglieder für ihr dauerhaftes Engagement. Arbeiten sie doch seit Jahren an der Instandsetzung des im 12. Jahrhundert gegründeten Klosters, das im 19. Jahrhundert zur Eisengießerei umgebaut wurde. Außerdem bringt der Förderverein die sakrale und industrielle Vergangenheit der inzwischen als Kulturzentrum genutzten Anlage ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Unterstützt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die seit 2002 aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale über 430.000 Euro zur Verfügung stellen konnte, wurden seither die Fassaden der Kirche und des Kloster-Westflügels wiederhergestellt und im Inneren des Bauwerks verschiedene Zeitschichten freigelegt. Neben dem Förderverein Kloster Bredelar e. V. gibt es einen zweiten deutschen Preisträger: Das Bayerische Nationalmuseum in München erhält die Auszeichnung in der Kategorie "Konservierung" für eine innovative Technik bei der Restaurierung von Möbeln.

    Seit 1978 werden herausragende Initiativen zum Schutz und zur Pflege des europäischen Kulturerbes mit dem Preis von Europa Nostra gewürdigt. Die europäische Vereinigung, zu der mehr als 250 nichtstaatliche Denkmalschutzorganisationen - unter ihnen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz - gehören, wird unter anderem von der Europäischen Union, dem Europarat und der UNESCO unterstützt. Der Europa Nostra Award soll Qualität und Fachkenntnis im Umgang mit Kulturdenkmalen und einen grenzüberschreitenden Austausch fördern. Er wird am 10. Juni 2011 in Amsterdam in Anwesenheit des Vorsitzenden von Europa Nostra, Plácido Domingo, vergeben. In diesem Rahmen werden auch die sechs Gewinner der mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreise bekanntgegeben.

    Bewerbungen für den europäischen Kulturerbepreis 2012 können bis zum 1. Oktober 2011 eingereicht werden. Er wird im Juni 2012 in Lissabon verliehen. Ansprechpartner für Europa Nostra Deutschland ist Dr. Holger Rescher, Tel. 0228/90 91-113, holger.rescher@denkmalschutz.de, www.europanostra.org

    Julia Ricker

  • 01.04.2011

    Artguide – Kulturreise multimedial

    Selbst wenn der Kulturreisende mit dem dicken Kunstführer unter dem Arm sicher noch lange nicht zu einer aussterbenden Spezies gehört, wird man sich auch an dieses Bild gewöhnen: Menschen, die Kirchen, Burgen und Schlösser mit dem Smartphone in der Hand besichtigen.
    Mit Artguide sollen nun multimediale Führungen etabliert werden, die man sich direkt herunterladen kann. Die einzelnen Titel beinhalten jeweils einen Audioguide, ein E-Book, Lagepläne sowie allgemeine Besucherinformationen. Pro Monat sind zehn Neuveröffentlichungen geplant, mit denen sich sehenswerte Bauwerke in Europa auf diese Weise erschließen lassen und sich jeder seinen Reiseführer individuell zusammenstellen kann.

    Artguide ist ein Zusammenschluss des Kunstverlages Schnell + Steiner sowie des Internetportals Pausanio, das Informationen für Kulturreisende bündelt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zählt zu den Partnern von Pausanio. www.pausanio.de, www.artguide.de

    Bettina Vaupel

  • 01.04.2011

    Bequem auf die Höhen - Vor mehr als 100 Jahren wurden die ersten Seilbahnen errichtet

    Seit 1901 kann man die kurze, aber steile Distanz von Dresden-Loschwitz den Elbhang hinauf in einer Schwebebahn zurücklegen. Das Prinzip dieser Einschienenhängebahn wurde vom Kölner Ingenieur Eugen Langen entworfen und hier das erste Mal umgesetzt. Daher gilt das technische Denkmal als älteste Schwebebahn der Welt.

    Am 6. Mai 1901 fand ihre erste Fahrt von der Pillnitzer Landstraße aus im Beisein des sächsischen Kronprinzen Friedrich August statt. Nach 274 Metern erreichten die Gäste die 85 Meter höher gelegene Bergstation. Von dort wurden und werden die Waggons immer noch mittels eines Zugseils bewegt - bis 1909 angetrieben von einer Verbunddampfmaschine, seither von einem Motor.

    Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden an vielen Orten der Welt Seilbahnen errichtet, die vor allem die Distanzen zwischen Tälern und Bergen auf unterschiedliche Weise überwinden. In der unmittelbaren Nachbarschaft der Loschwitzer Schwebebahn gibt es eine Standseilbahn, mit der man seit 1895 zum Weißen Hirsch gelangt. Die beiden Waggons sind hier fest mit einem Drahtseil verbunden, das in der Bergstation umgelenkt wird.

    Dieses Prinzip wurde auch bei der Bahn verwendet, die im Erzgebirge von Erdmannsdorf in das rund 170 Meter höher gelegene Augustusburg führt. Seit hundert Jahren kommen Ausflügler so bequem zum Jagdschloss der sächsischen Kurfürsten auf dem Schellenberg. Weil die Bahn den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden überstand, wird eine Fahrt zu einem unvergesslichen, weil authentischen Erlebnis. Allerdings wurde die Technik in den 1970er Jahren modernisiert und auf eine elektronische Steuerung umgestellt. Seit 1997 fährt die Drahtseilbahn ohne Schaffner.

    Der Schwebebahn in Dresden-Loschwitz drohte 1972 aufgrund von Mängeln und einem Rückgang der Fahrgastzahlen die Stilllegung. Der Rat der Stadt entschloss sich jedoch, das technische Meisterwerk 1975 unter Denkmalschutz zu stellen. Zehn Jahre später begann eine Demontage und originalgetreue Rekonstruktion der Stahlkonstruktion und der Waggons. Die Berg- und die Talstation wurden damals denkmalgerecht restauriert.

    Der Konstrukteur der Loschwitzer Schwebebahn, Eugen Langen, hat übrigens auch die Schwebebahn in Wuppertal entwickelt, die ebenfalls 1901 ihren Betrieb aufnahm. Auf einer Strecke von rund 13 Kilometern verbindet sie die Stadtteile Vohwinkel, Elberfeld und Barmen miteinander und schwebt meistens oberhalb der Wupper. Obwohl sie seit 1997 unter Denkmalschutz steht, hat man die meisten historischen Bahnhöfe abgerissen und durch moderne Gebäude ersetzt. Lediglich drei werden "formidentisch" wieder aufgebaut. Die 1900-03 errichtete Jugendstil-Wagenhalle in Oberbarmen steht ebenfalls zur Disposition. Dagegen wehren sich engagierte Wuppertaler, die sich im Regionalverband Wuppertal-Solingen-Remscheid des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz zusammengeschlossen haben. Der für dieses Jahr vorgesehen Abriss wurde auf 2012 verschoben. Bleibt zu hoffen, dass er ganz aufgegeben wird, um wenigstens ein Originalbauwerk aus der Entstehungszeit der Wuppertaler Schwebebahn für die Nachwelt zu erhalten.

    Carola Nathan


    Zum 110. Geburtstag der Schwebefähre in Dresden-Loschwitz findet am 7. Mai 2011 ein Bergbahnfest statt. www.dresdner-bergbahnen.de
    Der 100. Geburtstag der Drahtseilbahn Augustusburg wird am 26. Juni 2011 mit einem Stadtfest und einem Drahtseilbahnlauf gefeiert. www.drahtseilbahn-augustusburg.de.
    Informationen zur Wuppertaler Schwebebahn gibt es beim Vorsitzenden des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Wuppertal-Solingen-Remscheid, Dipl.-Ing. Haimo Bullmann, haimo.bullmann@t-online.de

  • 01.04.2011

    Bundespreis für Handwerk 2011

    Bremen und Baden-Württemberg - in diesen Bundesländern lobt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks den "Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege" 2011 aus. Wie jedes Jahr liegt das Augenmerk auf privaten Denkmaleigentümern, die durch Aufträge an qualifizierte Handwerksbetriebe einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes leisten. Die Restaurierungsmaßnahmen werden mit 15.000 Euro pro Bundesland prämiert. Die ausführenden Handwerker erhalten eine entsprechende Urkunde.

    Die allgemeinen Vergaberichtlinien und Antragsformulare sind bei den jeweiligen Handwerkskammern erhältlich. Vorschläge und Bewerbungen von Handwerksbetrieben, Architekten, Denkmalpflegern sowie den privaten Bauherren können bis zum 25. Mai (aus Baden-Württemberg) sowie bis zum 21. Juni 2011 (aus Bremen) beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, Christina Pfefferkorn, Mohrenstraße 20/21, 10117 Berlin, eingereicht werden.

    Catharina Winzer

  • 01.04.2011

    Dank an die Werkzeugspender

    Viele Monumente-Leser, darunter auch Firmen, sind dem Aufruf in der August-Ausgabe 2010 gefolgt und haben sich von gebrauchtem Werkzeug getrennt, um damit die "Rollende Werkstatt" der Jugendbauhütten zu unterstützen. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!
    Die Jugendlichen können nun während ihrer Seminarwochen bei praktischen Arbeiten auf gespendete Zangen, Kreissägen oder sogar eine Drechselmaschine zugreifen. Auch altes Werkzeug wie eine Handschleifmaschine für Stechbeitel und Bohrer war dabei. Bei einem besonders gewichtigen Exemplar aus einer Buchbinderei wurde Denkmalpflege direkt angewandt: Den voll funktionsfähigen, 500 Kilogramm schweren Papierschneidetisch von 1895 hat man vor der Verschrottung bewahrt.

    Bettina Vaupel

  • 01.04.2011

    Das Schleswig-Holstein Musik Festival 2011

    Am 9. Juli ist es soweit: Dann wird mit Beethovens Violinkonzert und Tschaikowskys 4. Sinfonie in Lübeck das diesjährige Schleswig-Holstein Musik Festival eröffnet. Wie schon seit seiner Gründung vor 25 Jahren wird es Musikbegeisterte im ganzen Land in seinen Bann ziehen. Traditionell finden die Veranstaltungen vor allem in Kirchen, Schlössern und Herrenhäusern sowie in Scheunen und Ställen statt. Immer öfter bilden aber auch Werften oder alte Fabrikhallen eine stimmungsvolle Kulisse.

    Seit 1996 setzt sich das Musikfestival jeweils einen Länderschwerpunkt: Nach Polen 2010 heißt es in diesem Jahr "Merhaba Türkiye" - Willkommen Türkei. Schaut man auf das Programm der 131 Konzerte, erstaunt die Vielfalt. Und man kann dem Intendanten Rolf Beck nur zustimmen, wenn er das Land zwischen Okzident und Orient "eine überaus reizvolle Musiknation" nennt, die "ein Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen und Religionen" sei. Sowohl mit Werken türkischer Komponisten als auch mit hochkarätigen Künstlern dieses Landes sowie vielen internationalen Stars - darunter Anne-Sophie Mutter, Sol Gabetta und die King's Singers - lädt das Festival bis 28. August zu Konzerten aller Genres ein.

    Immer wieder sind Förderprojekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter den Aufführungsorten zu finden, so in diesem Jahr die Dorfkirche von Nieblum auf der Insel Föhr, wo am 19. Juli ein Cellokonzert dargeboten wird. Und wie schon in den vergangenen Jahren werden unsere Ortskuratoren einige der Veranstaltungen nutzen, um die Stiftung bei einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Informationen: Schleswig-Holstein Musik Festival, Palais Rantzau, Parade 1, 23552 Lübeck, Tel. 0451/3 89 57-0, www.shmf.de

    Dorothee Reimann

  • 01.04.2011

    Denkmalschutz ist Klimaschutz

    Energiesparen und die Erhaltung unseres kulturellen Erbes sollten miteinander vereinbar sein. In vielen Fällen beeinträchtigt die energetische Sanierung aber den Charakter eines Baudenkmals - zum Beispiel, indem die historische Fassade durch Dämmstoff verdeckt wird. Elf Organisationen aus den Bereichen Architektur und Denkmalschutz, unter ihnen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, fordern jetzt in dem Positionspapier "Denkmalschutz ist Klimaschutz" ein neues Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

    Bisher gehen Förderprogramme ausnahmslos von den Energiestandards aus, die nur von Neubauten erfüllt werden können. Es müsse also ein spezielles Förderprogramm für Denkmale ins Leben gerufen werden, das Altbauten in ihrer Individualität berücksichtigt. Entsprechend der Anzahl von Baudenkmalen, die drei Prozent des Gebäudebestandes unseres Landes ausmachen, fordert das Bündnis, dass künftig mindestens drei Prozent der KfW-Gelder für ihre energetische Sanierung zur Verfügung gestellt werden.

    Es müssten sich auch ausgewiesene Energieberater in der Denkmalpflege qualifizieren, so die elf Organisationen, und neue Förderprogramme unter der Einbindung unabhängiger Institutionen weiterentwickelt werden. Man erhofft sich so, einerseits neue Anreize für Denkmaleigentümer zu schaffen und andererseits sicherzustellen, dass diese in den Genuss staatlicher Fördermittel kommen. Denn schließlich sind Kulturdenkmale schon allein aufgrund ihrer langen Lebensdauer klima- und umweltschonend.

    Kontakt und Informationen: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Dr. Holger Rescher, Tel. 0228/90 91-113

    Julia Ricker

  • 01.04.2011

    Sachsens Denkmalschutzgesetz bleibt

    Die Diskussionen und die öffentlichen Proteste haben sich gelohnt: Nach langen Debatten um die Verabschiedung eines neuen Sächsischen Denkmalschutzgesetzes lenkte das Innenministerium ein. Hauptkritikpunkt war die Einführung einer Kategorisierung, das heißt die Abstufung der Denkmale in unterschiedliche Klassen. In einer Sondersitzung sprach sich der Sächsische Denkmalrat Anfang des Jahres mit nur einer Gegenstimme dafür aus, dass eine Novellierung des in langjähriger Praxis erfolgreich angewandten Denkmalschutzgesetzes in Sachsen nicht notwendig ist. Der Innenminister will diesem Rat folgen. Darüber ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz außerordentlich erfreut, hatte sie sich doch ebenfalls für die Erhaltung des Denkmalschutzgesetzes eingesetzt.

    Catharina Winzer

  • 28.02.2011

    Seminar: Ohne Schutz kein Denkmal

    Die Stiftung Herrenhäuser und Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz treuhänderisch verwaltet wird, wirbt auch in diesem Jahr wieder für ein zweitägiges Seminar zur Erhaltung und Nutzung von Gutsanlagen, Herrenhäusern, Schlössern und Parks. Es findet vom 6. bis 8. Mai 2011 in der Europäischen Akademie in Waren an der Müritz statt. Das Thema des Seminars nimmt Bezug auf einem Artikel von Nikolaus Bernau, der am 13.9.2010 anlässlich des "Tags des offenen Denkmals" in der Berliner Zeitung veröffentlicht wurde und die Überschrift "Ohne Schutz kein Denkmal" trägt.

    Seminar mit Exkursionen "Erhaltung und Nutzung von Gutsanlagen, Herrenhäusern, Schlössern und Parks - Bewahrung eines nationalen und europäischen Kulturerbes und Wirtschaftsfaktors". 6.-8.5.2011.

    Informationen und Anmeldung: Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern e. V., Am Eldenholz 23, 17192 Waren (Müritz), Tel. 03991/15 37 11, org@europaeische-akademie-mv.de, www.europaeische-akademie-mv.de

  • 01.02.2011

    Aktionsbündnis Welterbe Mittelrheintal

    Sie wird nicht weniger heiß diskutiert als die Waldschlösschenbrücke, die Dresden den Welterbetitel kostete: die Rheinquerung, die bei St. Goar im Welterbe Oberes Mittelrheintal errichtet werden soll. Eine Stellungnahme der UNESCO hatte im vergangenen Jahr zu großer Irritation geführt, da sie von der Landesregierung Rheinland-Pfalz als generelle Freigabe für eine Brücke gewertet worden war. Allerdings hat das Welterbekomitee mittlerweile eine vollständige Begründung geliefert und steht den Bauplänen demnach sehr skeptisch gegenüber. Inzwischen hat sich ein Aktionsbündnis gegründet, das eine vorbehaltlose Beteiligung der Bürger am Planungsprozess fordert. Darüber, dass die Verkehrssituation im Mittelrheintal verbessert werden muss, bestehe Konsens. Jedoch sollten auch andere Lösungsansätze - wie etwa die Weiterentwicklung des historisch gewachsenen Fährbetriebs - hinreichend geprüft werden.

    Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich dem Aktionsbündnis angeschlossen, in dem bislang auch Civilscape, die Deutsche Burgenvereinigung, die Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, Europa Nostra Deutschland, ICOMOS, der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, das Rhein Kolleg sowie das Netzwerk BI Rheinpassagen vertreten sind. Informationen: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Dr. Holger Rescher, Tel. 0228/90 91-113, holger.rescher@denkmalschutz.de

    Bettina Vaupel

  • 01.02.2011

    Baudenkmale fördern und klimafit machen – ein Appell

    Auch hinter einer reich geschmückten Jugendstilfassade oder in einem historischen Backsteinensemble kann man energiesparend wohnen. Dass Klima- und Denkmalschutz sich nicht ausschließen, haben viele Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre gezeigt. Es ist bautechnisch und bauphysikalisch möglich, ein Baudenkmal energetisch nachzurüsten, ohne seine Proportionen zu verändern oder die alte Fassade gleich ganz hinter neuen Dämmschichten verschwinden zu lassen. Doch sind die individuellen Lösungen normalerweise mit höheren Kosten verbunden.

    Beim letzten Parlamentarischen Frühstück zum Thema "Klimaschutz gegen Denkmalschutz", zu dem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am 26. November 2010 in Berlin Abgeordnete aus allen Bundestagsfraktionen eingeladen hatte, wurde ein Appell vorgestellt. Die elf unterzeichnenden Organisationen aus den Bereichen Architektur und Denkmalschutz fordern die Bundesregierung auf, das CO2-Gebäudesanierungsprogramm entsprechend anzupassen und den Mehraufwand bei den Zuschüssen und Krediten zu berücksichtigen.

    Informationen: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Dr. Holger Rescher, Tel. 0228/90 91-113, holger.rescher@denkmalschutz.de

    Bettina Vaupel

  • 01.02.2011

    Bernhard-Remmers-Preis 2010

    Steinzerfall ist ein sehr altes Problem in der Denkmalpflege, und Versuche, ihn aufzuhalten, gibt es schon lange. Für seine Forschungen, Steine dauerhaft zu schützen, erhielt Erich Pummer im November einen Sonderpreis für Innovationen in der handwerklichen Baudenkmalpflege.

    Professor Dr. Gottfried Kiesow zeichnete den aus Österreich stammenden Pummer im Rahmen der Verleihung des Bernhard-Remmers-Preises während der denkmal-Messe in Leipzig aus.

    Mit dem von Pummer entwickelten Vakuum-Kreislauf-Festigungsverfahren (nach dem Patent Vujasin), so Professor Kiesow in seiner Laudatio, "kann die Eindringtiefe von Kieselsäureester durch den erfahrenen Steinrestaurator sehr genau gesteuert werden". An sich ist das Unterdruckverfahren nicht neu, es war aber bisher auf ausbaufähige Teile eines Baudenkmals beschränkt, also auf Skulpturen, Fialen und Obelisken, die man in einen Druckkessel stellen konnte. Nun erzeugt man am Bauwerk selbst den nötigen Unterdruck, indem die vom Steinzerfall betroffenen Flächen an Ort und Stelle abgedichtet werden. Früher kamen Kompressen und Netzmittel zum Einsatz. Deren Wirksamkeit war jedoch nicht exakt zu beeinflussen. Schon im Spätmittelalter gab es Versuche, den Sandstein durch eine Hydrophobierung vor Verwitterung mittels heißem Leinöl zu schützen. Im 20. Jahrhundert sei man - zum Beispiel durch das Tränken der Steine mit Epoxydharz - 50 Jahre lang Irrwege gegangen. Diese Behandlungen führten zu größeren Schäden, als wenn man gar nichts unternommen hätte, erläuterte Professor Kiesow. Auch die jetzt optimierten Maßnahmen der Steinrestaurierung bedürften der Kontrollen. Sie "wirken nicht für die Ewigkeit", betonte er, sondern sie müssten nach zirka 30 bis 40 Jahren nachgebessert werden.

    Mit wenigen technischen Änderungen lässt sich die Methode auch auf das Entsalzen, Trocknen oder Begasen von Kunstdenkmale anwenden. Mit dem VKF-Verfahren ist es jetzt möglich, Schäden an Wandmalereien, die durch einen überhohen Salzdruck entstanden sind, zu beheben, ohne dabei - wie bislang - die Malschicht zu verletzen.

    Christiane Schillig

    Die Preise
    Der Bernhard-Remmers-Preis ging an Dipl.-Ing. Restaurator Sebastian Endemann für die Restaurierung der Backsteinfassade des Kaispeichers B in Hamburg sowie an die Peter-Tamm-Stiftung als Eigentümerin des Kaispeichers.
    Den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis für Innovationen in der handwerklichen Baudenkmalpflege - anlässlich des 25jährigen Bestehens der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gestiftet von der Ingeborg und Gottfried Kiesow-Stiftung - erhielt der Steinbildhauer und Restaurator Erich Pummer.

  • 01.02.2011

    Europäische Route der Backsteingotik ausgezeichnet

    Weil sie "die historischen Kulturräume unter denkmalpflegerischen Aspekten für den Tourismus erschließt", wurde die Europäische Route der Backsteingotik (EuRoB) auf der Leipziger Messe "denkmal" im November 2010 mit einer Goldmedaille für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa ausgezeichnet. Eine Ehrung, über die sich auch die DSD freut: Hatte sie doch seinerzeit in Mecklenburg-Vorpommern die Initiative "Wege zur Backsteingotik" mit begründet, aus der die EuRoB dann so erfolgreich hervorgegangen ist. Rund 30 Mitgliedsstädte und -regionen in Deutschland, Dänemark, und Polen gehören ihr mittlerweile an. Der neue Reiseführer "Entlang der Europäischen Route der Backsteingotik" stellt sie vor. Die Broschüre ist bei der EuRoB-Geschäftstelle sowie in den Tourist-Informationen der Mitgliedsstädte erhältlich.

    Europäische Route der Backsteingotik e. V., Littenstraße 10, 10179 Berlin, Tel. 030/2 06 13 25 59, www.eurob.org

    Bettina Vaupel

  • 01.02.2011

    Jahrestagung der Ortkuratoren

    Bundesweit sind über 500 Menschen in 88 Städten und Gemeinden für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ehrenamtlich aktiv. Sie sind - ob als Einzelkämpfer oder in Gruppen - inzwischen vielfach zum Gesicht der Stiftung vor Ort geworden. Bei der Tagung der Ortskuratoren am 17. November 2010 auf dem Leipziger Universitäts-Campus standen erneut der intensive Erfahrungsaustausch untereinander sowie die Schwerpunktthemen Öffentlichkeitsarbeit, Pressetermine und die neuen Werbekampagnen der DSD im Mittelpunkt. Das Rahmenprogramm bot zudem die Möglichkeit, im Depot der Kustodie der Universität die beeindruckenden Epitaphien bedeutender Gelehrter aus der einstigen Universitätskirche St. Pauli zu besichtigten, an deren Restaurierung sich die DSD aktuell beteiligt. Und alle, die sich für die neuesten Entwicklungen im Denkmalschutz interessierten, konnten die Tagung ideal mit einem Besuch der diesjährigen "denkmal", der Europäischen Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung in Leipzig, verbinden.

    Catharina Winzer

  • 01.02.2011

    Jetzt zum Tag des offenen Denkmals anmelden

    "Romantik, Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert" lautet das diesjährige Motto des Tags des offenen Denkmals. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Koordinatorin der bundesweiten Veranstaltung ruft ab sofort Denkmaleigentümer, Kommunen, Vereine sowie Kirchengemeinden auf, sich am Tag des offenen Denkmals mit historischen Bauwerken und archäologischen Stätten zu beteiligen.

    Gezeigt werden sollen die stilistische Vielseitigkeit, der rasante technische Fortschritt und der sich in der Architektur widerspiegelnde gesellschaftliche Wandel: von der Romantik und ihrer am Mittelalter und am Klassizismus orientierten Formensprache bis zu den Anfängen der Moderne mit Jugendstilhäusern und eher funktional gebauten Wohnquartieren in den Arbeitervierteln großer Städte. Technische und industrielle Denkmale sowie die Archäologie des 19. Jahrhunderts können ebenfalls Thema sein. Doch wie immer gilt: Auch wenn Sie sich mit Ihrem Denkmal nicht im Motto wiederfinden - alle sind herzlich eingeladen, sich am Denkmaltag zu beteiligen und ihn mit sehenswerten Objekten und spannenden Veranstaltungen zu bereichern.

    Die Stiftung stellt für die Werbung vor Ort kostenfrei Plakate und weitere Materialien wie Sonderhefte zum Tag des offenen Denkmals zur Verfügung. Anmeldungen können unter www.tag-des-offenen-denkmals.de erfolgen oder schriftlich bei der Stiftung eingereicht werden. Anmeldeschluss ist der 31. Mai. Kontakt und weitere Informationen: Carolin Kolhoff, 0228/90 91-440, toffd@denkmalschutz.de

    Anke Leyendecker

  • 01.02.2011

    Schulprogramm denkmal-aktiv startet ins zehnte Jahr

    Ab dem 10. März 2011 können sich weiterführende Schulen (Sekundarstufe I und II) sowie Einrichtungen der Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung wieder mit einem Projekt zu einem Kulturdenkmal in ihrer Region um die Teilnahme an denkmal aktiv bewerben.

    Damit schreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ihr Schulprogramm bereits zum zehnten Mal aus und erfüllt so ihren satzungsgemäßen Auftrag der kulturellen Bewusstseinsbildung mit einem speziellen Angebot für Kinder und Jugendliche. Waren zum Start 25 Schulen mit einem Projekt beteiligt, konnte die Stiftung mittlerweile bundesweit rund 600 Projekte zu unterschiedlichsten Themen fördern.

    Ob im Unterricht, in Form von Arbeitsgemeinschaften oder als Ganztagsangebot - im Rahmen von denkmal aktiv setzen sich Schüler aller Schulformen, gemeinsam mit Lehrern und fachlichen Partnern, intensiv mit Denkmalen in ihrer Umgebung auseinander und lernen so den Wert des kulturellen Erbes schätzen. Zum Abschluss werden die Projektergebnisse dokumentiert und zum Beispiel über Plakate, Broschüren, Internetseiten, Ausstellungen, Audio-Guides oder Führungen weitergegeben.

    Informationen und Bewerbungsunterlagen: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, denkmal aktiv, Dr. Susanne Braun, Tel. 0228/9 09 14 49, schule@denkmalschutz.de, www.denkmal-aktiv.de

    Bettina Vaupel

  • 01.02.2011

    „Denkmal Doping Deutschland – was erträgt das Denkmal?“

    Möchten Denkmaleigentümer ihre Altbauten zukunftsweisend instand setzen, dürfen sie dabei nicht nur das Thema der energetischen Sanierung im Blick haben, sondern müssen oftmals auch Barrierefreiheit und Brandschutz miteinbeziehen. Das im November 2011 im Rahmen der Kölner Messe Exponatec durchgeführte Kolloquium "Denkmal Doping Deutschland - was erträgt das Denkmal?" widmete sich den künftigen Anforderungen an unsere Baukultur. Die Vortragenden diskutierten darüber, was ein Denkmal vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaft, dem Klimaschutz und neuer Gesetzesauflagen leisten kann, und zeigten Weichenstellungen auf. Für die rund 230 Teilnehmer, unter ihnen private Denkmaleigentümer, Architekten sowie Verantwortliche aus Wissenschaft und Politik, bot sich außerdem die Gelegenheit zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Veranstalter der Tagung waren neben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Deutsche Burgenvereinigung und Europa Nostra Deutschland.

    Julia Ricker

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